Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
GEROLDSBACH OHNE SCHUTZMAUERN

Klage über ungenügende Schutzmaßnahmen am Geroldsbach bei Götzens

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 18. Mai 1910 · Seite 5 · #Flüsse und Wildbäche
(Der Geroldsbach bei Götze ns.) Über die ungenügenden Arbeiten am Geroldsbach bei Götzens, der am 2. Juni 1908 bekanntlich ausbrach und große Verheerungen anrichtete, geht uns eine bittere Klage zu. Es heißt darin: Ins alte Bachbett wurde ein Notbau hineingestellt, ' welcher im Falle eines Ausbruches unmöglich standhalten kann und ein allzu kleines Rinnsal hat. Das Mauerloch ließ man offen, dem Ungetüm des Tales ist freier Eintritt ins Torf Götzens ermöglicht. Im Mai 1909 wurde zwar eine Mause angebracht, doch ist diese heute schon stark angefüllt. Am 27. September 1908 wurde in ein § r Jnteressentenversammlung der sog. „ Durchstich ", eine Durchbrechung des der Talklamm vorliegenden Bergrückens, beschlossen; im Winter kam der Gesetzentwurf an die Gemeinde, im März wurde der Auftrag erteilt, die nötigen Vorarbeiten in Angriff zu nehmen, jetzt heißt es auf einmal: „ Es geschieht nichts, in Wien wird es nicht bewilligt. " Und so steht das arme Volk der Gemeinde Götzens wieder hilflos und ratlos vor dem drohenden Unglück.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 18. Mai 1910, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8731-klage-ueber-ungenuegende-schutzmassnahmen-am-geroldsbach-bei-1910).

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