Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
FÜNFFACH WIEDERGEWÄHLT OHNE GROLL

Jubiläum des Innsbrucker Bürgermeisters Greil – 14 Jahre treuer und ehrlicher Dienst für die Stadt

trotz der heiteren Maske durchleuchten laßt und ljimmeliveit von Zynismus und Leichtfertigkeit entfernt ist, hat es wohl der Bürgermeister- Jubilar zu zu schreiben, daß ihm eine geradezu lückenlose Kette voll Erfolgen beschieden war. Ulld getragen wurde die gesamte Wirksamkeit, die Bürgermeister Greil im Interesse der Öffentlichkeit entfaltete, voll der unbedingten Ehrlichkeit und Lauterkeit der Gesinnung, die der Wahrheit nie aus dem Wege ging, nein, welche die Wahrheit selbst aufsuchie und ihr frei und offen begegnete. Es ist erfreulich!, konstatieren zu können, daß der Parteien Haß und Gunst uns das Charakterbild des Innsbrucker Bürgermeisters nicht zu einem schwankenden gemacht hat, daß man auch in den gegnerischen Lagen: seine Verdienste und die Reinheit seines Wollens voll Und ganz gelten läßt. ' Es ist dies auch! ein Zeichen dafür, daß der Parteifanatismus in Innsbruck doch! noch nicht so wüste Orgien feiert, wie in anderen Städten, wo jeder in dem Andersgesinnten auch einelr persönlich minderwertigen Menschen sieht, der allen möglichen Verunglimpfungen ansgesetzt still muß, besonders dann, wenn er eine so prononzierte ulld exponierte Stellung einnimmt, wie es die des Stadtoberhauptes ist. Ter Bürgermeister, der die höchste Würde, welche eine Stadt verleihen kann — die. Ehren - bürgerscbaft — ohnehin scholl seit km Jahre 1903 besitzt, Mog: in der allgemeinen Wertschätzung, die ihm voll links und rechts, von Freunden und Gegnern entgegengebracht wird, den schönsten Lohn für seine Arbeit finden und seine Msriedigung in der aufrichtigen Anerkennung suchen, die ihm restlos und vorn Herzen zuteil wird. In diesem Sinne schließen wir uns freudig der Gratulantensthar an, die heute und in den nächsten Tagen ihre Glückwünsche für das fernere Wohl des Bürgermeisters von Innsbruck in das Rathaus der tirolischen Landeshauptstadt wird flattern lassen! X.. ' Bürgermeister Greil entstammt einer Jnlksbrucker Kaufmannsfamilie. Er wurde am 25. Mai 1850 geboren, besuchte die Malschule, machte dann das Freiwilligenjahr bei den Kaiserjägern und übernahm schließlich das Geschäft seines gleich ihm lange Jahre im Gemeinderate tätigen Vaters. Vor einigen Jahren hat er dasselbe seinem Sohne Hermann übergeben. Dem Gemeinderate gehört Wilhelm Greil seit dem Jahre 1885, in dem er vom 1. Wahl -, körper in denselben entsendet wurde, an und zwar zuerst als Gemeinderat, dann ( vom 17. Juni 1886 an) als Vizebürgermeister und seit dem 26. November 1896 als Bürgermeister. Auf letzteren Ehrenposten wurde er am 28. November 1899 zum zweiten -, am 4. Dezember 1902 zum dritten -, am 28. Dezember 1905 Mm vierten und am 30. Dezember 1908 zum fünstenwale durch das Vertrauen der Bürgerschaft berufen. Was er in dieser Stellung für die Stadt Innsbruck, die in Bezug auf geordnete Verwaltung und fortschrittliche, den modernen Anforderungen entsprechende Ausgestaltung m erster Reihe unter den Hauptstädten Österreichs steht, getan hat, haben wir vor unser aller Augen. Eine wohlgeordnete, geregelte, exakte Gememdewirtschaft aufrecht zu erhalten, war eine der Aufgaben, die sich Bürgermeister Greil gestellt hat; aber mit der Verwaltung der kommunalen Agenden im eigenen und im übertragenen Wirkungskreis allein sollte die Aufgabe der Stadt nicht erschöpft sein, eine ihrer Aufgaben sollte auch die Entfaltung verschiedener industrieller Tätigkeit, so besonders auf dem l Gebiete der Licht -, Kraft und Verkehrsindustrie (Nachdruck verboten.) Der Komet als Heiratsvermittler.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 25. Mai 1910, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8735-jubilaeum-des-innsbrucker-buergermeisters-greil-14-jahre-treuer-und-1910).

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