Sonntag 30. Germanus. tiroler LZMsg. Die Situation. Im Landhause ist es ungemütlicher geworden. Die friedliche. Stimmung der ersten Tage ist einer krisenschwülen Atmosphäre gewichen. Tie Beratungen der einzelnen Parteiklubs nehmen kein Ende, eine Klubsitzung jagt die andere und wenn auch in der gestrigen Haussitzung ^ noch Ruhe herrschte, so mutet dies wie die Stille vor dem Sturme an, der bald in voller Kraft losbrechen wird. In einzelnen Ausschüssen ist es schon zu recht scharfen Plänkeleien gekommen und in der Obmnnnerkonferenz, die gestern der Plenarsitzung voraus ' ging und den Beginn der letzteren verzögerte, soll es ziemlich hitzige Auseinanderletzungen zwischen den einzelnen Führern gegeben haben. Tie Hauptursacheg der starken Unstimmigkeiten, welche die verschiedenen Landtagsklubs sich schroff gegeneinanderstehen taffen, sind natürlich in erster Linie die Frage der Landtagswahlreform und die Reform der Gemeindewahlordnung, wenn es auch außerdem noch eine Reihe bedeutender Reibungsflächen zwischen den Parteielt gibt, so besonders in budgetären Angelegenheiten. Jur Vordergrund stehen aber die Wahlreform für den Landtag nnb für die Gemeinden. Die christlich soziale Landtagsmehrheit hat eine merkwürdige Auffassung des Begriffes von Reformen an den Tag gelegt. Währ. wo sie die Vorrechte der Prälaten und Großgrundbesitzer nicht antasten will, plant sie, eine für das ganze Land weit wichtigere Schichte der Bevölkerung, das städtische Bürgertum, zu entrechten und ihn: für seine hohe Steuerleistung eine ungenügende und nicht im Verhältnisse zu seinen Pflichten stehende Vertretung im Landtage zu gewähren. Ähnliche Prinzipien leiten die Mehrheit bei der angeblichen Reform der Gemeindewahlordnung, die nach dem abschreckenden Muster der vorarlbergischen fabriziert wurde und keinen anderen Zweck hat, als die bisher noch deutschfreiheitlich verwalteten Stadt und Marktgemeinden der Macht der christlichsozialen Partei auszuliefern. Die Deutschsreiheitlichen sind keine grundsätzlichen Gegner des Proportioualwahlsystems, aber die Bestimmungen des Tr / Mayrscheu Entwurfes sind für sie völlig unannehmbar und sie werden sie auch auf das entschiedenste ulld nachhaltigste bekämpfen. Man hat ja gesehen, welche Folgen die Gemeindew rl - ' reform in Vorarlberg gezeitigt hat.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 26. Oktober 1910, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8806-krisenreife-stimmung-im-landhaus-um-die-wahlreformen-1910).
Romedius. Sonntag 16. Wameir - Zeln - Kell. Tiroler Landtag. 10. Periode, 3. Session, 3. Sitzung.) In der gestrigen Sitzung wurde nach Verlesung eines sehr umfangreichen Einlaufes ein von den Abgeordneten aller Parteien …
trotz der heiteren Maske durchleuchten laßt und ljimmeliveit von Zynismus und Leichtfertigkeit entfernt ist, hat es wohl der Bürgermeister- Jubilar zu zu schreiben, daß ihm eine geradezu lückenlose Kette voll Erfolgen be …
(Eine große Ehrung) wurde am 18. d. M. dem verdienstvollen Ehrenbürger und langjährigen Gemeindevorsteher von Münster, dem als großen Förderer der Siementhaler Rasse bekannten Hauserwirt Ludwig Kögel, zuteil. Demselben w …
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