Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WASSERBAUTEN IM VERFALL

Mahnruf zur Erhaltung der Tiroler Wasserschutzbauten

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 25. Oktober 1910 · Seite 2 · #Flüsse und Wildbäche
Die Erhaltung der Wasserschutzban ten in Tirol. Ein Mahnruf. Von Hofrat Anton von Posselt - Csorich. Eine der wichtigsten Aufgaben, vor deren Lösung die Tiroler Landesvertretung nun steht,ist die Schaffung eines Landesgesetzes zur besseren Regelung der Erhaltung der Wasserschutzbauten von öffentlichem Interesse. Nur bei wenigen Bauten dieser Art im Lande, insbesondere bei der Etschregulierung, ist die Erhaltung befriedigend geordnet.: Dies sind aber seltene Ausnahmen. In « allgemeinen ist es mit der Erhaltung der Wasserschutz bauten, wie überaus traurige Erfahrungen erhärten, leider recht übel bestellt. ‘, Das allgemeine Tiroler Wassergesetz vom 28. .August 1870, L. - G. - Bl. Nr. 64, reicht zur sachgemäßen Regelung der Erhaltung nicht aus; auch die Erhaltungsgesetze vom 18. Jänner 1891, L. - G. - Bl. Nr. 11, und vom 26. April 1894, L. - G. - Bl. Nr. 20, für, die seinerzeit nach der Hochwasserkatastrophe des Jahres 1882 in Südtirol ausgeführten Wasserbauten, haben sich als unzulänglich erwiesen. Bon letzter e n Bauten im Werte von 19,500. 000 Kroneu befanden sich nach einer vor einigen Jahren gepflogenen summarischen a m t l i ch e n E r h e b u n g, d a m a l s nur Bauten im Werte von 9,900. 000 Kronen in gutem Stande, - Bauten im Werte von 7,600. 000 Kronen waren reparatursb edürftig, Bauten im Werte pon 2,000. 000 Kronen gänzlich verfallen. Seither ist der Verfall gewiß noch weiter vorgeschritten.. In den neueren Spezialgesetzen und Verordnungen, durch welche aus dem Meliorationsfonde unterstützte Wasserbäuunternelmmngen im Werte von vielen Millionen geregelt wurden, — der Tiroler Landtag vom Herbste 1908 allein beschloß Wasserbauten int, Kostenbeträge von 13,550. 369 Kronen, — wird allerdings and} die Bauerhaltung besser zu sichern gesucht. Allein auch hier sind — beim Abgänge einer umfassenden uub systematischen Organisation des Eihaltungsdieustes in technischer und finanzieller Hinsicht — die gemachten Erfahrungen wenig befriedigend. Auch diese Bauten sind, das ist meine feste Überzeugung, zum großen Teile früher oder später dem Verfalle preisgegeben.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 25. Oktober 1910, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8805-mahnruf-zur-erhaltung-der-tiroler-wasserschutzbauten-1910).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Flüsse, Wetter & Naturgewalten“

KOMET MIT EIGENEM FOLGE

Erscheinen eines neuen Kometen am Himmel mit langem Schweif

Innsbrucker Nachrichten · 29. Jänner 1910 · S. 4 · Flüsse, Wetter & Naturgewalten

Komet deutlich erkennbar. Sein ziemlich langer Schweis zog durch das dunkle Firmament eine lange leuchtende Spur gegen den Zenith herauf und krümmte sich dann leicht nach Süden. Das interessante Phänomen lenkte natürlich …

SCHOTTERMUEHLE GEGEN NATURSCHATZ

Heftige Entrüstung über geplante Schottermühle an der Sparchenbrücke

Innsbrucker Nachrichten · 8. April 1910 · S. 5 · Flüsse, Wetter & Naturgewalten

(Ein Tirolor Landschaftsbild in Gefahr ») Wie wir Won berichteten, hat die tvtadtgemeind. tz KuMiu ÄMt, M der Sparchenbrücke am Eingänge in das Kaisertal eine Schottermühle zu errichten, was bei allen Naturfreunden große …

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |