Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
NEUES HEIM FÜR THEOLOGEN

Grundsteinlegung des neuen theologischen Konvikts der Jesuiten in Innsbruck

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 22. Juni 1910 · Seite 5 · #Jesuiten
(Die Grundsteinlegung des Jesuiü e n k v n v i k t s.) Gestern mittags fand auf 'dem großen Katze südwestlich vom Löwenhaustheater in feierlicher Weise die Einweihung des bereits im Entstehen begriffenen neuen theologischen Konvikts des Jesuitenkollegiums in Innsbruck statt. Es nahmen daran eine große Anzahl von Gästen, hauptsächlich Theologen, ungefähr 200, teil. Das neue Konvikt soll den Namen „ Kollegium Eanisium " tragen zur Erinnerung an den 1521 geborenen, von Papst Pius IX. 1864 selig gesprochenen Canisius, den ersten deutschen Jesuiten und Bahnbrecher der jesuitischen Idee der Errichtung von Schulen zur Erziehung von Priestern? Das alte Konvikt in der Sillgasse, bezw. der Universitätsstraße, erwies sich schon längst als zu klein, auch dann noch, als das Kollegium die an das Hauptgebäude anstoßenden Objekte in der Sillgasse, die Häuser Nr. 6, 8, 10, 12, 14 und 16 ankaufte. So entschloß sich das Kollegium für die Errichtung eines neuen einheitlich gebauten Konviktes in einer ruhigeren Gegend als es die Sillgasse ist. Tie Wahl fiel auf den schon genannten Grundkomplex, der zum Teile im Besitze der Familie Pötsch, der Stadt Innsbruck und des Privatiers Müller war. Der unter vier der leistungsfähigsten Innsbrucker Baufirmen ausgeschriebene Wettbewerb hatte das Ergebnis, daß der große Bau der Firma Retter übergeben wurde. Tie Vorarbeiten hatte die Firma Hüter gemacht. Ter Haupttrakt des neuen Theologenheimes liegt an der Tschurtschenthalerstraße und hat eine Länge von beinahe 100 Metern. In der Nähe der ehemaligen Villa Wagner, die jetzt im Besitze des Privatiers Müller ist und beim Neubaue mitverwendet wird, springt ein Flügel bis zu fünf Metern an die Tschurtschenthalerstraße vor, während der mittlere Teil dieses Haupttraktes mehr als 12 Meter von der Straße absteht und Raum für einen Blumengarten bietet. Gegen Osten Irin liegt der Haupteingang des künftigen Konvikts. Den Abschluß dieses ' Haupttraktes gegen Osten hin bilden der Erhokungssaal, der durch zwei Geschosse geht, und die darüber befindliche Kapelle mit einer Länge von etwa 30 Metern, einer Breite von 13 Metern und einer Höhe von rund 8 Metern, j Auf der Nordseite dieses Haupttraktes befindet; sich die Küche mit ihren Nebenräumen, der! Speisesaal und das Treppenhaus. Senkrecht? zu diesem Hjaupttrakt im Süden steht der Osttrakt, der von dem Treppenhause bis hinaus zur Akademiestraße sich ausdehnt und auf beiden
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 22. Juni 1910, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8749-grundsteinlegung-des-neuen-theologischen-konvikts-der-jesuiten-in-1910).

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