Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
DIE SKULPTUR WIRD ECHT GESTALT

Vorarbeiten für das Speckbacher-Denkmal im Atelier von Christian Plattner

G t Kunst. (Das projektierte S p e ck b a ch e r- Denkmal.) Wie wir erfahren, nimtnt die projektierte Schaffung des Speckbacher - Denkmales nach dem Entwürfe des akad. Bildhauers Christian Plattner nun doch greifbare Formen an, indem der Meister seit einigen Tagen mit den Vorarbeiten für das Hilfsmodell fertig ist. Dieselben waren äußerst schwer und kompliziert; ein Laie kann sich davon unmöglich einen Begriff machen. Auf einen sehr starken und lVs Quadratmeter großen, aus Hartholz bestehenden Bodenbrett, das auf einer drehbaren Scheibe ruht, ist aus starkem Schmiedeeisen das Rohgerippe für die überlebensgroße Figur geschaffen, einem Riesenskelette gleichend. Das Atelier macht dadurch gegenwärtig eher den Eindruck einer Schlosserwerkftätte, nur mit dem Unterschiede, daß die Arbeit trotz der einfachen Schrauben und Gewinde die edle Schöpfung einer Künstlerhand verrät. Das ganze Eisengerippe ist mit unzähligen, vorstehenden Drahtteilen versehen, an deren Enden flache Holzscheibchen in der Weise angebracht sind, daß die Flachteile gegen das Eisen schauen. Dieselben sind dazu bestimmt, den Tonmassen, welche an dem Gerippe angebracht werden, Festigkeit zu verleihen. Der ganze Aufbau muß aus dem Grunde von dem Künstler selbst angesertigt werben, weil die ganzen anatomischen Größenverhältnisse darin liegien müssen und außerdem die ganze Kon- Jftuftion in den einzeln «: Körperteilen so be-
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. Juli 1911, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8910-vorarbeiten-fuer-das-speckbacher-denkmal-im-atelier-von-christian-1911).

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