in bequemen Jahresraten zurückzuerstatten waren; Handwerker erhielten kleinere Vorschüsse; Salzarbeiter sollten in der Marmaros bei den Salzwerken unter gleichen Bedingungen wie die 1775 herbeigezogeuen Oberösterreicher angesiedelt werden. Als aber die Tiroler trotzdem Bedenken trugen, in das ferne Flachland zu ziehen, das sie noch immer als das Grab der Deutschen fürchteten, wurde ihnen erklärt, -,der Staat suche sie nicht zu seinem Vorteile nach Ungarn zu ziehen, sondern wünsche ihnen nur zur Belohnung ihrer Treue ein gesichertes Unterkommen zu verschaffen ". Sie sollten nicht zerstreut, sondern beisammen angesiedelt werden. Den bekannten Führern Speckbacher und Thalguter wurde Reisegeld bewilligt, um ins' Banat zu reisen und die Ansiedlungsplätze zu besichtigen. Die von ihnen getroffene Auswahl fiel jedoch nicht glücklich aus; sie liefen sich dazu angeblich „ durch den Schein, mehr noch durch die Überredung der Beamten bestimmen ". *) Entnommen dem wichtigen völkischen Werke des Czernowitzer Univ. - Prof. Dr. R. Kain dl: „ Geschichte der Deutschen in den Karpathenländern ' l Behandelt die Ansiedelung, die Kulturarbeit und die gegenwärtige Lage der Deutschen in Ungarn, Galizien, Rumänien und der Bukowina. Verlag Friedrich Andreas Perthes, A. - G., Gotha. - Band I 8 Mark, Band II 10 Mark, Baud III 12 Mark. Zufolge eines kaiserlichen Auftrages wurden hierauf tu Füzes 30 Häuser ganz nach Tiroler Art auf einer Anhöhe aus solidem Material erbaut. Reisegeld erhielten die Kolonisten für jeden Familienvater 30 fl., ebensoviel für das Weib, 20 fl. für beu Dienstboten, schließlich 8 bis 15 fl. für jedes Kind. An Gründen erhielt jede Tiroler Familie eine ganze Session, außerdem auf besonderen Wunsch auch 1 bis 2 Joch Weingärten. Auch wurde ihnen gestattet, ihre eigene Kleidung samt Stutzen beizubehalteu. Nur ihre in Ungarn geborenen Söhne waren militärpflichtig. Bei Pachtungen Don benachbarten leeren Gründen foltteu die Tiroler bevorzugt werden. Schließlich wnrde auch der Bau einer Kirche und einer Schule in Aussicht gestellt. Ta weder Speckbacher, noch Thalguter sich zur Übersiedlung ins Banat entschlossen, wurde Euseb Steck zum Vorsteher dieser Tiroler Kolonie ernannt ( 1811). Eine andere Kolonie volt Tirolern entstand tu Königsgnad, zusammen 56 Häuser und eilt Schulhaus ( 1813/14). Hier siedelte sich auch Simon Flechter, der Scharsschützenhauptlllanu von Pillersee, all. Infolg: verschiedener mißlicher Umstände, waren die Tiroler mit ihrer AnstM «; nA nicht zufrieden. Da sie deshalb teils zülit Militär gingen, teils nach Tirol zurückkehrten, andere endlich in andere Orte übersiedelten, so mürben die leergewordenen Hans stellen tu Königsgnad mit anderen Kolonisten besetzt; darunter befallden sich auch einige von jenen 55 würtLembergischen Familien, welche 1816 durch Ungarn nach Rußland ( Kaukasus) zogen, jedoch int Banat wegen ihrer Mittellosigkeit nicht weiter koltnten. Bon delt jetzigen Bewohnerlt in Königsgnad stantmen nur zwei Familien voll den eingewanderten Tirolern ab. Die Kolonie Füzes ist ganz eingegangen. Die Erbauung der 30 Häuser in Füzes hatte 32. 153 fl., jene in Königsgnad 259. 721 fl.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 9. November 1911, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8969-ableben-der-tiroler-kolonien-in-fuezes-und-koenigsgnad-im-banat-1911).
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