Unsere Bergfriedhöfe. In vielen älteren ReiseLeschreibnngen unseres Heimatlandes Tirol liest man häufig, wie malerisch und schön die Friedhöfe in unseren Beratälern einst waren. Jetzt müßten diese Reiftschilderer trauernd das Gegenteil schreiben; denn verschwunden oder verlottert ist all die Herrlichkeit. Das Herz tut einem weh, dünn ob man nun so einen Friedhof im Norden oder Süden unseres Heimatlandes betritt, fast überall ist die gleiche Wüstenei. Geschmacklose gußeiserne Grabkreuze, plumpe, hxmUt, häufig auch protzige Grabsteine bilden überall die Beweise des gänzlichen Verfalles vom einstig guten Geschmack. Früher zierten die Gräber meist schön geschmiedete Kreuze ^ versehen mit innig empfundenen Verslern oder Nachrufen nebst ' einem gemalten Bildnis des Verstorbenen in seiner schmucken Tracht. Fast jedes ein Meisterstück der Schmiedetunst. In jedem Tal, fast in jedem Orte boten darin diese Meister Meder Anderes, der Gegend entsprechend Eigenartiges, wenn auch die Grundform streng dieselbe blieb. Dagegen heute: In bewunderungswürdiger Eintracht finden wir in allen Landfriedhöfen genau dieselben abscheulichen Gußwaren - Krenze und die meist noch abscheulicheren Steinbumpen. M rlwn. dlg, wenn ein strenger Bergwinter noch so viele dieser Zeugen unserer geschmacksarmen Zeit zerstört, so wird kommendes Frühjahr jedes wieder in gedankenloser Weise durch ein gleich unschönes Stück ersetzt. ' Dagegen werden die Denkmäler aus alter Zeit im ganzen Lande, fast auf jedem Friedhof, im äußersten Winkel dem Untergang überlassen. Da liegen sie, vom Unkraut überwuchert oder von verfaulten Blumen und Kranzresten überdeckt. Nur ihre Haltbarkeit infolge der gediegenen Handarbeit und die Güte des verwendeten Stoffes läßt sie dieser brutalen Vernachlässigung trotzen. Es ist unglaublich daß der sonst so sparsame Sinn unserer Landbevölkerung nicht schon lange es beachtet hat, wie so ein handgeschmiedetes Grabkreuz ein Werk für Jahrhunderte ist. Wenn man wenigstens die noch vorhandenen. alten Kreuze verwenden würde. ' Daß das nicht geschieht, ist ganz unverständlich, wo das Herrichten eines solchen oft nur wenige Sechser kosten würde und dann ein für allemal die Sache getan wäre. Nein, lieber das ' teure und ebenso häßliche Gußkreuz muß gekauft werden. Wie vül kennten hier unsere Geistlichen mit ganz geringer Mütze, meist sogar nur mit ein paar freundlichen Worten erreichen. Sie würden damit den gesunden Sinn für das Schöne wecken, der ja ohnedies allen Bergvölkern im Herzen wohnt. Sie würden auch das heimische Handwerk fördern und veredeln. Sicher ist das eine: der hochwürdige Herr im Talar würde schon nach kurzer Zeit selbst die größte Freude haben. Denn wenn er nach wenigen Jahren aus dem ihm anvertrauten Friedhose manch irbönes Werk der beimiickien Volkskunst erj ' tÄen Samstag den 1.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 1. Februar 1913, S. 19, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9194-verfall-der-grabkunst-auf-tirolischen-friedhoefen-1913).
(Todesfälle.) In Ergänzung unserer gestrigen Mitteilung über den Tod des Herrn Anton von Wallpach zu Schwanenfeld bemerken wir, daß ' die Firma bereits seit dem Jahre 1894 von dem Sohne des Verstorbenen Herrn Arthur von …
Jsabella R. Cameron. (Silberne Hochzeit.) Herr Valentin H e l l und dessen Frau Marie, geb. Stecher, aus Steinach a. Br., bezw. Brixen, langjährige Besitzer des unter dem Weltreisepublikum bestbekannten Hotels „Villa Val …
Seite 19. Henriette Daum geb. Töth von Felsö - Üzopor, Senatspräsidentens- Witwe, gibt hiemit im eigenen und im Namen ihrer Tochter Frau Marie Feldner geb. Daum, ihres Schwiegersohnes Herrn Dr. Victor Eginoat Fcldner, Re …
,Gelte 30: Nr. 44. Innsbrucker Nachrichten Samstag den 22. Februar 1213. Schmerzerfüllt geben wir allen Verwandten und Bekannten die Nachricht vom Hinscheiden unseres innigstgeliebten Gatten beziehungsweise Vaters, Croßv …
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