Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
SCHULZEIT PLUS HAUSAUFGABEN = ÜBERBELASTUNG

Kritik an der Verpflegung der Schuljugend mit häuslichen Aufgaben an Schultagen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 7. Februar 1913 · Seite 4
(U eberbür düng der Schuljugend.) Von einem Universitätsprofessor erhalten wir folgende Zuschrift: Ist es wirklich nötig, daß Schulkinder der unteren Volksschulklassen an einem Tage, an dem sie von 8 bis 10 Uhr vormittags und von 2 bis 4 Uhr nachmittags Schule haben, außerdem noch am Vormittag eine häusliche Aufgabe erhalten, die sie am Nachmittag abzuliefern haben? Ist eine vierstündige Beschäftigung mit den Schulgegenständen für ein Kind von 6 bis ' 7 Jahren für einen Tag nicht ausreichend, muß da wirklich noch die Zeit von 10 Uhr früh bis 2 Uhr nachmittags, in der das Kind spazieren gehen, spielen und essen soll, mit einer, wenn auch kleinen, Schulaufgabe beschwert werden? Ist es überhaupt nötig, daß ein Kind in diesem Alter häusliche Aufgaben erhält, auch an freien Nachmittagen? Ist nicht vielmehr die Schulzeit zum Lernen da? Sollen unsere Kinder schon mit 6 Jahren die Sitz und Schmier - Existenz unserer Zeit beginnen? Vielleicht findet sich ein Schulmann, der mir diese Fragen beantworten kann; die Redaktion wird gewiß bereit sein, ihm meine Adresse zu geben, falls er die von mir gemeinte Innsbrucker Schule erfahren will.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 7. Februar 1913, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9199-kritik-an-der-verpflegung-der-schuljugend-mit-haeuslichen-aufgaben-1913).

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