Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WIDDERKAMPF OHNE GRENZEN

Widderstoßen am Marktplatz: Blutiges Unwesen und Behördenstrafe drohen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 28. Februar 1913 · Seite 4
Februar 1913. schon seit Jahren bestehenden Verbotes leisteten sich zwei hiesige Bauern das zweifelhafte Vergnügen, ein Widderrennen, oder, richtiger benannt, ein Widderstoßen am hiesigen Marktplätze im Dorfe am 23. d. M. zu veranstalten, wozu ein Paar kräftiger Tiere ausersehen war. Nach mehr als 100 Ausfällen zeigten die beiden Kämpfer blutige Köpfe und beiderseits augenfällige Ermattung, was schließlich unter den zahlreichen Zuschauern doch Erbarmen wachrief, so daß endlich die Trennung der Tiere allgemein verlangt wurde. Es kam sohin zu keiner „ Entscheidung " und den Veranstaltern dieses Zweikampfes entging die verlockende Gewinstprämie, die mit 10 Kronen festgesetzt gewesen sein soll. Dagegen dürste ihnen die Behörde eine Strafprämie, vielleicht noch in einem etwas höheren Ausmaße wegen Tierquälerei präsentieren.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. Februar 1913, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9214-widderstossen-am-marktplatz-blutiges-unwesen-und-behoerdenstrafe-1913).

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