Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ERFRIERUNGEN IM TIEFSTEN SCHNEE

Erfrierungen bei verirrter Schipatrouille des 13. Jägerbataillons im Gebiet Waldrast-Kalbenjoch

(Unfall einer militärischen Schi - - Patrouille.) Unter diesem Titel brachten hiesige Blätter am Samstag eine Meldung, wonach sich im Gebiete Waldrast - Kalbenjoch eine Schipatrouille des ' 13. Jägerbataillons verirrte und. alle Teilnehmer derselben die Füiße erfroren. Auswärtige Blätter wußten zu berichten, daß die Patrouille außerordentliche Strapazen mitmachen muhte, alle Beteiligten mit erfrorenen Armen und Beinen in das Garnisonsspital überführt wurden und ihr Zustand sehr kritisch sei. Wir erhalten hierüber folgenden authentischen Bericht: „Vor einigen Tagen wurden gelegentlich einer Schießübung Rekognoszierungen durch Schipatouillen durchgeführt. Eine dieser Patrouillen, welche von Trins aus aus das K ' albenjoch dirigiert war, verirrte sich und muhte die Nacht vom 16. auf den 17. d. Mts. im Freien verbringen. Dem Patrouillenkommcmdanten, einem Offizier des 13. Feldjäger - Bataillons, gelang es, die Mannschaft feiner Patrouille wahrend der sehr kalten Nacht wach zu erhalten und sie hiedurch vom Erftieren zu bewahren. Zur Aufsuchung der vermißten Patrouille gingen noch im Laufe der Nacht eine Schipatrouille unter Kommando des Leutnants v. Peithner des 4. Tiroler Kaiserjäger - Regiments und eine RettungsexpediLion unter Führung des Installateurs Pitscheider und des Gendarnreriepostenfü - Hrers von Steinach » ab. Me zur Rettung abgegangene militärische Patrouille, welche fast 24 Stunden in ununterbrochener Tätigkeit verblieb, als auch die vom Installateur Pitscheider geführte Expedition bemühten sich « mit bewunderungswürdiger Opfer freudigkeit an der Aufsuchung der Vermißten. Die vernsißte Patrouille setzte jedochi am 17. d. Mts. den Weg auf die Waldrast fort, von wo sie am nächsten Tage nach Innsbruck einrückte. Drei Mann der Patrouille erlitten Erfrierungen an einzelnen Zehen und befinden sich im Marodenzimmer, Leider hat auch Installateur Pitsch eider Erfrierungen an zwei Zehen erlitten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. Februar 1913, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9212-erfrierungen-bei-verirrter-schipatrouille-des-13-jaegerbataillons-1913).

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