Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
DONNERGEBET UND WETTERKREUZE

Kulturgeschichtliche Betrachtung der Volksbräuche bei Gewitter in Tirol

Und angesichts solcher Vorkommnisse wagt es die italienische Presse in und außerhalb Tirols von Unterdrückung des Jtalienertums zu schreiben.... las € f > ao $ am Matt Viel größer könnte die Verwirrung am Balkan schwerlich sein, als sie zur Zeit ist: Serbien, Griechenland und Montenegro im Krieg gegen Bulgarien, siegreich, aber doch ohne entscheidende Erfolge, Rumänien hat die Linie Turtukai - Baltschik besetzt und erklärt, sie behalten zu wollen, hat einen Vormarsch angetreten, von (Nachdruck verboten.) Das Wekkerläuten in Tirol. Kulturgeschichtliche Skizze von L. Weber Zu den gewaltigsten, ja erhabensten Naturschauspielen zählt unstreitig ein mächtiges Hochgewitter. Grelleuchtende Blitze, rollende Donuerschläge, die sich hundertfach im Gewände brechen, um dann dumpsbrüllend zurückzupralstn, prasselnde Hagelschauer und rauschende Regensluten, die selbst den Gebildeten, der sich die Erscheinungen zu erklären weiß, in bange Aufregung zu setzen vermögen, mußten dem einfachen Menschen gewaltigen Schrecken einflößeu und das Verlangen in ihin erwecken, die Ursachen dieser furchtbaren Erscheinungen zu ergründen, sich davor zu schützen. Und so nahm, wie so oft, das aufgeregte und phantasievolle Volksgemüt, die christliche Volks- ^ansckmuung zu den Fürsprechern im Himmel, den sogenannten Wetterherren und Wettersrauen, ihre Zuflucht. So entstanden Vitt und Dankgebete, Wetter und Schauerämter, Prozessionen und Flurumgänge. Man errichtete Wetterkreuze, Wetterkapellen, suchte „ die von Gott zugelassenen, vom Teufel selbst oder von seinen Gesellen und Dienern veraulaßten " Gewitter mit allerlei Segen zu bannen. So gibt es estven Eolomanni und Donatisegen, das Johannesevangelium. „ Palmbuschen " weiht man und steckt sie in die Dachsparren., hinters Kreuz im „ Herrgottswinkel "; in der schwarzen „ Kuchl" zündet die Hausmutter die geweihte Kerze an und verbrennt so Mit diesem Feuer allerlei geweihte Kräuter, damit der Rauch die feindlichen Mächte von Haus und Hof, Von Flur und Wald verbanne. Ja man dachte selbst daran, den lärmenden Wettermächten ebenfalls mit Lärm entgegenzutreten, wie durch - Klingeln mit Kuhschellen, Rasseln mit Ketten und Blechpfannen. Und als sich jung und alt in
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 19. Juli 1913, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9392-kulturgeschichtliche-betrachtung-der-volksbraeuche-bei-gewitter-in-1913).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Vereinsleben, Feste & Brauchtum“

GESANG, TANZ UND GELACHTER IN PRADL

Faschingsabend des Männergesangvereins Pradl mit reichhaltigem Programm und Tanz bis in die Morgenstunden

Innsbrucker Nachrichten · 8. Februar 1913 · S. 20 · Vereinsleben, Feste & Brauchtum

(Faschingsabend des Männer - Gesangvereins Pradl.) Samstag, den 1. d. M. veranstaltete der rührige Männergesang ' ecein Pradl in den Lokalitäten beim „ Goldenen! Schiff " seinen diesjährigen Faschings abend, der in der a …

FERDINANDEUMSVEREIN SUCHT MITGLIEDER

Auflistung neuer Mitglieder des Ferdinandeumsvereins und Appell an vermehrte Theilnahme

Innsbrucker Nachrichten · 3. März 1913 · S. 5 · Vereinsleben, Feste & Brauchtum

(Museum Ferdinandeum.) Man schre ' bt uns: Unter den 553 Vereinen Innsbrucks, welche uns das städtische Adreßbuch namhaft macht — eine völlig unglaubliche Zahl — ist einer der ältesten und angesehensten der Ferdinandeums …

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |