Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
GESANG, TANZ UND GELACHTER IN PRADL

Faschingsabend des Männergesangvereins Pradl mit reichhaltigem Programm und Tanz bis in die Morgenstunden

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 8. Februar 1913 · Seite 20 · #Faschingsveranstaltungen
(Faschingsabend des Männer - Gesangvereins Pradl.) Samstag, den 1. d. M. veranstaltete der rührige Männergesang ' ecein Pradl in den Lokalitäten beim „ Goldenen! Schiff " seinen diesjährigen Faschings abend, der in der animiertesten Weise verlief und wobei von den sehr zahlreich erschienenen Besuchern Alt und Jung, Tänzer und Nichttänzer, auf ihre Rechnung kamen. Das aus 11 Nummern bestehende, gut gewählte Programm wurde flott abgewickelt, so daß Schlag 12 Uhr mit dem Tanze begonnen werden konnte, dem auch viele Paare bei den Klängen des Salonorchesters der Militär - Zertifikatisten bis in die Morgenstunden huldigten. Die Reihe der Vorträge wurde mit einigen lustigen Märschen eingeleitel und dem reizenden Schnellpolka „ Rrrraus ", Männerchor mit Klavierbegleitung von Koch v. Langentreu, dessen frische, prächtige Wiedergabe bald die heiterste Stimmung hervorrief. Hierauf folgte die Aufführung des Doppelquartetts „ Gendarmeriechor " aus der Operette „ Schönröschen " Don Brandt. Herr Lener war als Wachtmeister in Maske und Komik sehr drollig. Große Heiterkeit erzielte auch die Burleske „ Mister Mumpitz und seine Wunderkinder ", mit den Einfügungen von lokalen und zeitgemäßen Scherzen, die von den Herren F. Köstler als Impresario, Pan und Berlofsa als Wunderkinder, sehr gelungen gebracht wurden. Den Schluß der Aufführungen bildete „ Der angeklagte Gesangsangverein ", ein komisches Singspiel mit Männerchor und Klavierbegleitung v. Simon, bei welchem die einzelnen Chöre von sämtlichen Mitgliedern trefflich zu Gehör gebracht wurden, während die Herren Matscher als Richter, Pan als Gerichrsdiener Frosch und Lener jun. als Hulda Kiekemeier besonderer Erwähnung verdienen. In der Pause wurde die Bierzeitung „ ' s Burgele ", die auch heuer sehr lokale Scherze brachte, ausgegeben. Um das Gelingen des schönen Abends -haben sich besonders verdient genrach t der 1. Sangwart und bekannte Komponist Th. K ' ränzl, der die Einstudierung und Klavierbegleitung der verschiedenen Gesangsnummern besorgte, der zweite Sangwart Max Eisner als Dirigent der einzelnen Chöre und Vorstand Lener, in dessen Händen das Arrangement des ganzen Abends lag.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 8. Februar 1913, S. 20, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9201-faschingsabend-des-maennergesangvereins-pradl-mit-reichhaltigem-1913).

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