Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WASSER IM ZOLL GEWIEGT

Erläuterung der Wasserzollmessung im Sammeltrog mit Öffnungen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 11. Februar 1913 · Seite 4 · #Trinkwasserversorgung
Wasser einer Quelle unter verschiedenen Nutznießern zu teilen, hat darin bestanden, daß es in einem Dammeltroge zusammengefichrt wurde und mit diesem die verschiedenen Leitungen verbunden waren, welche die Teilmengen weiter abfirhrten. Als später das Erfordernis austrat, die Teilmengen einer Messung zu unterwerfen, .wurde die Teilung des Wassers von seiner Ableitung getrennt. In eine der Settenwandungen des gemeinsamen Sammeltroges wurden Oeffnungen eingebohrt, aus welchen das Wasser zunächst in kleinere Tröge sprang, und an diese letzteren erst die Rohrleitungen angeknüpft. Als es sich darum handelte, bestimmte Wassermengen abzuteilen, welche Anforderung zunächst bei künstlicher Wafferhebung austrat, wurden für diese Anordnung feste Regeln aufgestellt. Me Meßöffnungen erhielten gleicherweise eine lichte Weite von einem Zoll und sie wur> den so in die Seitenwandungen des Troges eingebohrt, daß sie genau gleich hoch vom Wässer überstaut wurden. Me Wässermenge aber, welche aus einer solchen Oeffnung innerhalb von 24 Stunden abfioß, war ' der Wa s s e r z o l l. Der Wasserzoll war sohin eine Maßeinheit, allerdings keine einheitliche, sondern in den verschiedenen Geltungsgebieten je nach der Höhe des Ueberstaues und der Größe des Zolles wechselnde.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. Februar 1913, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9202-erlaeuterung-der-wasserzollmessung-im-sammeltrog-mit-oeffnungen-1913).

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