Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
STUDIENRECHTE MIT NEUER FAKULTÄT

Berathung über die Errichtung einer medizinischen Fakultät und den Landesbeitrag

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 18. März 1863 · Seite 3 · #Medizinische Fakultät
Tagesordnung. Bericht über die Universitätsfrage. Referent Rektor P. Wenig. Der von demselben ausführlich begründete Antrag des Ausschusses lautet: „ DaS Land erklärt, die von der hohen Regierung durch Completirung der LandeS - Universität mittelst Herstellung einer medizinischen Fakultät veranschlagte Mehrauslage von jährlichen 30! 6 fl. 25 Rkr. mit dem zu übernehmen, daß die neu zu creirende Fakultät mit allen Rechten auSgestattet werde, welche zum Wesen einer solchen gehören, daß alle nöthigen Bildungsmittel beschafft, und daS bisherige medizinisch chyrurgische Studium, so lange eö überhaupt in Oesterreich gesetzlich besteht, auch neben der neu zu errichtenden medizinischen Fakultät unter thunlichcr gegenseitiger Benützung der Lehrkräfte und Lehrmittel erhalten bleiben möge. " — Abg. BlaaS theilt mit, daß der Bürgerausschuß von Innsbruck nicht darauf bestehe, von den dort votirten jährlichen 1000 fl. Stipendien zu creiren. Abg. v. Co mini beantragt, den Landesbeitrag auf jährliche 4000 fl. zu bestimmen. Dr. Marchetti setzt die Gründe auseinander, laut denen die Wälschtiroler keine Motive hätten, auf eine Beitragsleistung zu diesem Zwecke einzugehen, er glaube aber, um nicht einer anderweitigen Opposition beschuldigt zu werden, dennoch, und mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Deutschtiroler, für den Ausschuß- Antrag stimmen zu sollen. Abg. St. v. Riccabona spricht sich in gleichem Sinne aus. Abg. Probst Haidegger hält eine gediegene Rede zu Gunsten der tirolischen studierenden Jugend und des zu bewilligenden Jahresbeitrages auS LandeSmitteln. Abg. Fried, v. Ottenthal unterstützt lebhaft v. Comini ' S Antrag auf Bewilligung von mindestens 4000 fl. Abg. Hofrath Haßlwanter glaubt, daß die Beitragssumme auf 4000 fl. erhöht, und die von der Stadt votirten 1000 fl. ebenfalls dem Hauptzwecke zugewendet werden sollten. Abg. v. Jsser, Doktor der Medizin, setzt die Gründe auseinander, warum er im Prinzip gegen die Creirung der medizinischen Fakultät gewesen sei. Er sei überzeugt, daß Tirol schon dermal keinen Mangel an ärztlichem Personal habe.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 18. März 1863, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1245-berathung-ueber-die-errichtung-einer-medizinischen-fakultaet-und-1863).

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