Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
MEUTEREI MIT MILITÄR BEENDET

Meuterei in der Strafanstalt Stein – Türen gesprengt und Mauern durchbrochen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 2. Dezember 1864 · Seite 3
MtS. in der Strafanstalt Stein, wo sich nahezu 1000 Sträflinge befinden, eine sehr bedrohliche Meuterei auSgebrochen. Die Thüren wurden gesprengt, die Mauern durchbrochen. CS mußte Militär requirirt werden, um die Ruhe herzustellen. Die Untersuchung gegen die Rädelsführer, nahezu dreißig an der Zahl, wurde sofort eingeleitet. Das Sit. Wochenbl. schreibt über denselben Vorfall: Unter den Sträflingen im Strashause in Stein brach am 25. d. Vormittags eine Revolte lo », zu deren Unterdrückung Militär verwendet werden mußte. Nachmittags rückte Militär nach. Unzufriedenheit mit der Kost soll die Ursache deS Ercess - S sein, der im Publikum als Zeichen rohen UebcrmutheS mit großem Unwillen ausgenommen wurde, da man weiß, daß die Sträflinge genügende Kost haben und überhaupt gut verpflegt find, während sehr viele Leute, die zur Erhaltung derselbe » beisteuern müssen, be r anstrengender harter Arbeit die größten Entbehrungen zu ertragen haben.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 2. Dezember 1864, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1514-meuterei-in-der-strafanstalt-stein-tueren-gesprengt-und-mauern-1864).

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