188 unzer, daß überhaupt mehr Menschen schon lebendig begraben worden seien, als sich vo » faßlicher Weise um daS Leben gebracht haben. Noch schrecklicher wäre die Häufigkeit des Lebendigbegrabens, wenn man sie nach einer in verschiedenen Zeitschriften mitgecheilten Notiz berechnen wollte, zu Folge welcher in New - Uork die Einrichtung getroffen wurde, daß die Särge vor der völligen Beeidigung acht Tage lang über der Erde stehen bleiben, daß in der Gegend des Kopfes eine Oeffnung und an den Händen und Füßen Schnüre sich befinden, die zu einer Glocke gehen, und unter 1200 auf solche Weise beigesetzten, sechs scheintodt gewesen sein sollen, also von 200 Einer. Man bat hiernach berechnet, daß in Berlin jährlich etwa 40 Personen lebendig begraben werden. Zur Beruhigung meiner Leser muß ich bemerken, daß obige Nachricht aus nordamerikanischen Zeitungen herrührt, die bekanntlich dem berühmten Herrn v. Münchhausen in der Virtuosität des Lügens nichts nachgeben, wovon sie in neuester Zeit durch die großen Her scheuchen Entdeckungen über den Mond und seine geflügelten Bewohner wieder eine großartige Probe gegeben haben. Wenn nun aber auch das Lebendigbegraben, wie ich überzeugt bin. weit seltener vorkommt, gereicht uns dieß weit weniger zur Schande? Kann uns dieß vollkommene Beruhigung geben? Allerdings wird für den Einzelnen die Wahrscheinlichkeit, daß ihm ein solches LooS bevorstehe, geringer; aber es kann ihn doch treffen, schrecklich bleibt es immerhin, daß es überhaupt Jemanden zu Theil werden kann, und wenn es auch unter Hunderttausenden nur ein Einziger wäre. Denn die schöpferischste Phantasie kann sich keinen furchtbareren Zustand ersinnen, als das Wiedererwachen eineS scheintodt Beeldigten im Grabe. „ Folgt mir nach, " sagt ein älterer Schriftsteller ( Dr. Herz in Berlin), „ in jenes dumpfe Grab, das erst gestern seinen betäubten, nicht todten Bewohner empfing. Eben jetzt verläßt ihn seine Betäubung; seine verschlafenen Lebenskräfte ermuntern sich, das Herz bekommt seinen Schlag, daS Gesicht feine Farbe, die Seele ihr Bewußtsein wieder. — Nun hat seine Erholung zugenommen. Er öffnet die Augen. Um ihn ist alles finster und öde, um den vor wenigen Tagen noch eine Menge beschäftigter Freunde und Wärter wetteiferten, den kleinsten seiner Züge zu beobachten. Er ruft seine Frau, seine Kinder, seine Diener, die sonst auf jeden seiner Laute hineinstürzten; umsonst! sein dumpfer Ton erstickt vor seinem Munde. Er will nach den Erfrischungen greifen, mit denen sein Bett in so großer Fülle umgeben war; vergebens! er fühlt sich zwischen Brettern eingeengt, die das
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 25. November 1865, S. 20, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1664-lebendigbegraben-in-new-york-und-berlin-eine-erschreckende-gefahr-1865).
Im Laufe der nächsten Woche sehen wir den einbeinigen Tänzer CHarle« Bernard, welcher vor mehreren Wochen erst in Pari« mit außerordentlichem Beifall Produktionen gab, und der gegenwärtig eine Rundreise durch Deutschland …
AuS Anlaß des allgemein überhandnchmenden UebelstandeS, daß Singvögel selbst zur Brutzeit eingefangen und deren Eier auS den Nestern genommen werden, fand der Stadtmagistrat in Folge hohen k. k. Statthalterei - AuftrageS …
seit zwölf Jahren. Anfangs nahm er ganz kleine Körnchen, später wöchentlich zweimal größere Stückchen. In den ersten Wochen fühlte er eine große Schwäche, welche sich aber immer nach neuer Einnahme wieder verlor. Nur ein …
[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 82: „Die Stadt überreicht dem Erzh. Karl Ludwig einen Glückwunsch zur Geburt des Prinzen Otto.“]
Originaltext der Innsbrucker Nachrichten (26. April 1865, S. 1):
…
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