Bürgerauösckuß, welcher die Bürger zu unterstützen und deren Interessen zu vertreten hat, die Bauwerberin an der Ausführung deS vierten Stockwerkes verhindern wollte. Derselben sei der Vorbau nicht gestattet worden, wollte man ihr nun auch den vierten Stock nicht mehr gestatten, würde sie sehr großen Schaden leiden. — Herr Zacherle erklärt, daß es ihm als Laie schwer sei, Fachmännern in dieser Angelegenheit entgegenzutreten, doch glaube er vom praktischen Standpunkte auS die Sache beleuchten zu sollen. Ein Herr Vorredner hat gesagt, daß die Höhe eines Hauses Niemanden geniren könne, diesem nach hätte man den Umbau mit 5 oder 6 Stockwerken bewilligen können, da ja die Luft frei sei. Er schaue nicht so sehr auf daS anstoßende KriegSgebäude, als auf das HauS vis a vis. Dieses HauS ist mit vier Stockwerken niedriger als der Umbau der Frau Czichna. Ende voriges Jahr hat der große Bürgerausschuß die beiden Eckpfeilern an die zwei HauSeigcnthümer abgetreten, mit der ausdrücklichen Bedingung, daß bei einem Umbaue die Harmonie nicht gestört werden soll. Diese Harmonie ist nun zur Unmöglichkeit geworden, wenn man der Frau Czichna den vierten Stock bauen läßt. Die Stadtvertretung ist nicht Schuld, wenn Frau Czichna Schaden leiden sollte, die Stadtvcrtretung wollte daS Interesse der Frau Czichna beschützen und wollte ihr daS HauS wieder ablöftn, daS sie theuer kaufte. Man hat lange darüber verhandelt, Frau Czichna stellte überspannte Anforderungen. Die erste Pflicht eines städtischen Vertreters erachte er für daS allgemeine Interesse und nicht für das Interesse eines Einzelnen zu sorgen. Die Stadt, daS allgemein leidet durch den Höhenbau, weil er die Stadt verunstaltet, und da Frau Czichna den bewilligten Plan nicht durchgeführt hat, so hat die Stadt auch keine Verpflichtung mehr gegen dieselbe. Herr MageS bemerkt, daß man sich heuer gegen den Anbau deö Landhauses ausgesprochen habe, und auö Prinzip wegen des ungesetzlich geführten Baues selbst gegen die Landschaft Vorgehen wollte Nun zeige beim Umbaue der Frau Czichna ein ähnlicher Fall, daher er schon wegen deS Prinzips gegen dieselbe strenger Vorgehen möchte, worüber Herr Burian erwiedert, daß der Landschaftsbau und der Bau der Frau Czichna ganz verschiedene Dinge seien, bei dem einen handelte es sich wegen Aenderung des Grundrisses und Verengung der Straße, bei diesem aber nur die Höhe deS Hauses. — Herr Martin Meyer bemerkt, daß der Gang der Debatte den Eindruck auf ihn mache, als wollte man ein Exempel statuiren, daß die Bauordnung eingehalten werde. Nach seiner Idee möchte er nur einen Ausgleich vorschlagen, nach welchem daS Prinzip gewählt und doch die Frau Czichna nicht zu sehr geschädiget würde. Auf die Parität der beiden Häuser gebe er nicht viel, denn sonst hätte man den Bau mit vier Stockwerken nach dem ersten Plane nicht bewilligen sollen, und er stimme in dieser Richtung ganz mit Herrn Burian, daß man neue Häuser
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 22. November 1869, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2416-debatte-um-den-vierten-stock-des-hauses-der-frau-czichna-und-die-1869).
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