Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
KINDERCHÖRE MIT GROSSEM DRAMA

Aufführung eines Hofmann-Otto'schen Weihnachtsfestes zur Unterstützung armer Kinder in Innsbruck

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 8. Jänner 1874 · Seite 4 · #Kindergarten
(Ein Hofmaun OttoscheS Kinderfest) wird dahier von 200 Schülern und Schülerinnen der städtischen Schulen Samstag Abend » im großen Re doutensaale aufgeführt werden. Da » Erträgniß dieser Vorstellung soll zur Anschaffung von Kleidern für arme Kinder der Stadt Innsbruck verwendet werden. Diese Hofmann - Otto ' schen Kinderfeste, welche hier bis nun, man kann wohl sagen, gänzlich unbekannt waren, find schon bei 20 Jahren die Freude vieler Schulkinder nicht bloß in Deutschland und der Schweiz, sondern auch in Amerika geworden. Sie haben ihren Namen vom bekannten thüringer Dichter und Mitarbeiter der Gartenlaube Friedrich Hof mann, der den Text und dem Dresdner Musikdirektor Juliu » Otto, den Komponisten des Oratoriums „Hiob " und der weltberühmten musikalischen Poffe: „ Mordgrundbruck ", der die Musik dazu schrieb. Diese Kinderfeste sind melodramatischer Art, Deklamation und Gesang wechseln miteinander ab. Der Zeit entsprechend wurde für kommenden SamStag das „Weihnacht « fest" gewählt. Einige Knaben und Mädchen treten zwischen den Kinderchören als Deklamatoren auf, die Singenden sindt heil» in den Chor der Knaben und den Chor der Mädchen, theil » in den Chor der Kleinen, in den Chor der Mittlern ( vom 8. bis 10. Jahr) und in den der Großen ( vom 11. bis 14. Jahr) eingetheilt. Das Festspiel zerfällt in zwei Abtheilungen. In de - ' Einleitung freuen sich die Kinder über die Ankunft des Christkindlein und preisen den lieben Gott. Sie freuen sich auch über die traute Winterszeit und über den im Schnee und Eise schimmernden und flimmernden Weihnachtsmarkt. Da kommt dann als des Christkindleins Diener St. Nikolaus: „Ihr Kinder merkt es euch, Jetzt gibt es Nüß ' und Ruthenstreich ", letztere selbstverständlich nur für die Schlimmen. Der hl. Mann ist gekommen, um zu fragen, ob die Kinder wohl brav gewesen seien, und ob sie etwas gelernt haben. Das ist gewiffermaßen die Einleitung zur segensvollen und freudebringenden Geburt des Herrn, deren Geschichte nun in Deklamationen und Ankunft Eiseni ooml.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 8. Jänner 1874, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3265-auffuehrung-eines-hofmann-otto-schen-weihnachtsfestes-zur-1874).

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