Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
TOLLWUTFALL STIRBT VOR DER PRÄSENTATION

Bestätigung der Wuthkrankheit an einem hiesigen Hunde durch wissenschaftliche Obduktion

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 16. Februar 1878 · Seite 4
(Den Hnndebesitzern) in Innsbruck wurde durch die gestrige Notiz unter dem Titel „Zur Beruhigung aller Hundebesitzer" leider nur ein Trost von Vor auf Nachmittag zuTheil; denn heute erhielten wir vom Hrn. k. k. Landesthierarzte Sperk die folgenden Zeilen: „ Löbliche Redaktion! Ich bedaure, der gestrigen Nachricht Ihres Blattes über den Stand der Hundswuth mit Entschiedenheit entgegentreten zu müssen, obgleich ich derselben in so weit beipflichte, daß ein von seinem Eigenthümer als „wuthverdächtig" in Contumaz gestellter Hund, bisher diese Befürchtung nicht gerechtfertiget hat, weil ein zweiter Hund eines hiesigen Menschen und hundesreundlichen Bürgers zum Glück noch rechtzeitig zur Beobachtung übergeben wurde und in sicherer Verwahrung schon zwei Tage unter meiner steten Beobachtung an den ausgesprochendsten Symptomen der „rasenden Wuth" gelitten hat. Ich habe diesen exquisiten Fall der so fürchterlichen Krankheit wissenschaftlich und praktisch dadurch zu verwerthen gesucht, daß ich vor allem jene Aerzte zur Besichtigung des Kranken eingeladen habe, welchen in erster Linie die Handhabung der Sanitätspolizei zusteht und hegte auch die Absicht, der Bevölkerung Innsbrucks dieses zum Glück seltene, dafür aber um so schauerlichere Bild von „Wuthkranlheit" zugänglich zu machen; allein ich wurde unerwartet durch den über Nacht eingetretenen Tod des Thieres an der Ausführung dieser Absicht verhindert und mußte mich darauf beschränken, den Fall lediglich in medizinischen Kreisen wissenschaftlich zu verwerthen. Ich nahm deshalb die Section des Thieres im Beisein der bekannten Celebrität auf dem Gebiete der pathologischen Anatomie — des Herrn Landes - Sanitätsrathes Professor Dr. Fr. Schott — des Herrn Dozenten desselben Faches, Dr. Schnopfhagen, des Herrn Professors Dr. Wildner, der Herrn Bezirksärzte Dr. Pircher und Dr. Blaas, sowie mehrerer praktischer Aerzte und Mediziner gestern Nachniittags vor. Der Sectionsbefund stimmte leider mit den Krankheitserscheinungen während des Lebens des Thieres in seltener Unzweideutigkeit überein, und ich erfüllte als Landesthierarzt nur meine Pflicht, wenn ich mir erlaube, die Bevölkerung der Stadt Innsbruck und insbesondere aber die P.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 16. Februar 1878, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3880-bestaetigung-der-wuthkrankheit-an-einem-hiesigen-hunde-durch-1878).

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