1110 (In der Frage der Hundswuth) ist eine Wendung zum Bessern eingetreten. In letzterer Zeit sind in Innsbruck und der nächsten Umgebung keine Fälle mehr vorgekommen, die eine Verstärkung oder Fortdauer dieser Seuche besorgen ließen; aber auch die Behörde hat dieser Thatsache alsbald Rechnung getragen und in der Durchführung der getroffenen Maßregeln zur Verhütung und Unterdrückung dieser Hundekrankheit Erleichterungen eintreten lassen. Das Gebot, die Hunde an der Leine führen zu müssen, ist aufgehoben und schon gestern sah man die Thiere wieder lustig und munter, der Befreiung von» lästigen Gängelbande gleichsam froh, die Straßen durchlaufen. Mit der Aufhebung verschärfter Maßnahnien tritt nun gewohnheitsgemäß int Volke auch sogleich die Sorglosigkeit und Gleichgültigkeit an Stelle der früheren Aengstlichkeit und Zaghaftigkeit. Man bedenkt nicht, daß es keiner scharfen Verordnungen, keiner enggezogenen Schranken von Seite der niit der Wahrung der allgemeinen Wohlfahrt und Sicherheit betrauten Organe bedürfte, wenn die Glieder eines Gemeindewesens alle aus eigenem Antriebe und aus freien Stücken in solchen Gefährlichkeiten jene Vorsicht walten ließen, welche die Vernunft, das eigene Interesse und die billige Rücksicht auf den Nebenmenschen gebieten. Sind die Hundebesitzer nun glücklicherweise eines Theiles der Unannehmlichkeiten, denen sie Wochen lang ausgesetzt waren, los, so sind sie der Aufgabe und der Pflicht, auf ihre Thiere sorgfältigst Acht zu haben und jede verdächtige Erscheinung sofort zur Anzeige zu bringen, und auf diese Art sich selbst und Andere zu sichern und zu schützen, nicht enthoben. Es ist gewiß keine unbillige Forderung, wenn wir allen Ernstes dieses den Hundebesitzern zumuthen. Thun alle das, so ist es auf die einfachste und eines vernünftigen Menschen würdige Weise gemacht; vernachlässiget einer das, dann bürdet er nicht nur sich selbst, sondern allen seinen Mitmenschen die widrige Last allgemeiner Vorsichtsmaßregeln auf. Hier heißt es: Einer schädiget Alle, Alle leiden mit Einem. Wir glauben von jedem Hundebesitzer Innsbrucks so viel Gemeinsinn und so viel Sinn für sein eigenes Interesse voraussetzen zu dürfen, daß dieses Wort nicht in den Wind gesprochen ist. Es ist dann doch Hoffnung vorhanden, daß in wenigen Wochen Innsbruck seuchenfrei erklärt werden kann.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 19. April 1878, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3898-erleichterung-in-der-hundswuthfrage-durch-aufhebung-der-strengen-1878).
Der Bürgermeister Dr. Dinter. (Die Hundsflncht aus Innsbruck.) Die Furcht vor den aus Anlaß der nun konstatirten Hundswuth dahier zu gewärtigenden Vorsichts und Sicherheits- Maßregeln hat viele Hundebesitzer veranlaßt, i …
In dem hiesigen Mädchenwaisenhause, gewöhnlich auch Konvikt genannt, sollen nämlich bereits 5 Zöglinge am Typhus erkrankt sein. Man konnte sich zuerst die Ursache dieser Epidemie in dieser Anstalt nicht erklären, bis man …
Kundmachung. Nachdem seit 2. April l. Js. kein weiterer Fall einer wuthverdächtigen Erkrankung eines Hundes in dem Seuchebezirke vorkam, fand sich die hohe k. k. Statthalterei laut Erlasses vom 10. ds. Z. 7396 bestimmt, …
Näheres folgt morgen. (Explosion.) Die Bewohner von Kematen und deren Nachbarn wurden am letzten Samstag in keinen geringen Schrecken versetzt, indem um V 2 2 Uhr Nachmittags die Pulverstampfe Nro. 3 explodirte. In Folge …
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.