Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
HUNDEFLUCHT IN PANIK

Hunderte Hunde verlassen Innsbruck auf Grund der Wutbrenne-Epidemie

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 3. April 1878 · Seite 5
Der Bürgermeister Dr. Dinter. (Die Hundsflncht aus Innsbruck.) Die Furcht vor den aus Anlaß der nun konstatirten Hundswuth dahier zu gewärtigenden Vorsichts und Sicherheits- Maßregeln hat viele Hundebesitzer veranlaßt, ihre Thiere außerhalb des Burgfriedens von Innsbruck und seiner Nachbarsgemeinden in Sicherheit zu bringen. Man erzählt sich, daß per Bahn mehr als 200 Hunde spedirt worden seien, und ganz besonders Eingeweihte wollen wissen, daß auf einer, einige Kilometer von hier entfernten Billa sogar 40 solcher Flüchtlinge eine gemeinsame Aufluchtstätte gefunden haben. Beruht dieses Gerücht von dem Hunde- Ashl auf einen schlechten Witz oder auf müßige Erfindung, so dürste die Zahl der per Eisenbahn in die Fremde gesandten Hunde kaum übertrieben sein, denn Innsbruck ist wirklich hundeleer geworden. Auf Grund dieser Thatsache möchten wir aber doch zu bedenken geben, daß dieses Ausstatten der Hunde, von denen man nicht die volle Ueberzeugung hat, und dieselbe dürfte schwer zu gewinnen sein, daß sie mit keinem wuthverdächtigen Hunde in Berührung gekommen sind, eine verantwortungsvolle Thal ist, indem dadurch nur allzuleicht die Seuche in stets weitere Unikreise verbreitet werden kann.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 3. April 1878, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3892-hunderte-hunde-verlassen-innsbruck-auf-grund-der-wutbrenne-epidemie-1878).

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