Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WURSTWETTSTREIT GEPLÜNDET

Eigentümliche Wette um eine riesige Wurst in der städtischen Siedlküche

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 15. Jänner 1879 · Seite 4 · #Fress- und Sauforgien
(Eme eigenthiimliche Wette.) Ein gewisser Hell, dessen Magen von entsetzlicher Berdauungsfähigkeit sein muß und von dessen Leistungen als berüchtigtem Wurstvertilger die Innsbrucker wiederholt zu hören bekamen, produzirte sich gestern in Folge einer abgemachten Wette in der städtischen Siedlküche neuerdings „ hetzhalber ", wie er sich selbst ausdrückte. Der Gegenstand der Wette wcr eine klafterlange Wurst von dem Unfange eines halben Fußes im Durchmesser. In einem Zeitraum von zwei Stunden sollte dieser Fleischwurm vertilgt sein. Der Anfang der Produktion war Punkt 4 Uhr. Die Spender der Wurst waren 3 Metzger. Die Wette galt die Wurst und 2 Gülten für den Unternehmer. Leider kam der Eßlustige bei der langen Wurst doch zu kurz; denn etliche Leute von St. Nikolaus glaubten, hier wäre Gütertheilung am richtigen Platz und griffen herzhaft zu, was den Helden des Tages in nicht geringe Entrüstung versetzte, da er dadurch nicht nur um einen bedeutenden Zcheil der großen Wurst kam, sondern zudem noch den Anspruch auf die zwei Gulden verlor.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 15. Jänner 1879, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3976-eigentuemliche-wette-um-eine-riesige-wurst-in-der-staedtischen-1879).

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