Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
STEUERN FÜR DIE SPITALZUKUNFT

Beschluss zur Umwandlung der Friedhofsteuer in eine Spitalsteuer und Aufnahme eines Darlehens für den Neubau des Spitals

" Gemeinderaths - Sitzung am £ 0. Februar. Ter Bürgermeister berichtet NamenS der Finanz - Sektion über die Geldbeschaffung zum Baue des neuen Spitals und über die Modalitäten, nach denen der Beschluß des Gemeinderaths, die bisher bestandene Friedhofsteuer in eine Spital st euer umzuwandeln, auszuführen sei. Das neue Sptal werde für 300 Betten berechnet, das Bett zu 1500fl. veranschlagt, ergebe sich ein Voranschlag von 450. 000 fl. Diese Summe solltheilS durch ein in 32 Jahren rückzahlbares Darlehen theils durch Beiträge des Staates und Landes und durch eine Spende der Sparkaffe gedeckt werden. Da man 60. 000 fl. als Staats -, 30. 000 fl. als Lai. deSbeitrag und 60. 000 fl. von der Sparkasse gewärtige, erübrigen 300. 000 fl. zur Amortisation, somit jährlich eine Summe von 17. 780 fl. Diese Summe soll durch den Betrag der in die Spitalsteuer uwzuwandelnden Friedhofsteuer mit 9230 fl., durch das Erträgniß des Spitalzinshauses mit 4900 fl. und und Miethzinse für die entbehrlich werdenden Spital - Lokalitäten mit 3600 fl. gedeckt werden. Die Angelegenheit stehe um so günstiger, als der Budgetausschuß de « Reichsrathes sich einstimmig für den Bau des pathologischanatomischen Institutes ausgesprochen habe und dessen Genehmigung durch das Abgeordnetenhaus sicher zu erwarten fei. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und beschlossen zur Umwandlung der Friedhofsteuer in eine Spitalsteuer sowie zur Aufnahme des durch dieselbe zu amortisirenden Darlehens von 300. 000 fl. beim Landtage einzuschreiten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 21. Februar 1880, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4124-beschluss-zur-umwandlung-der-friedhofsteuer-in-eine-spitalsteuer-1880).

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