Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
INNSBRUCK OHNE BETTLER

Erfolgreiche Armenfondssubskription in Innsbruck zur Bekämpfung des Bettelwesens

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 11. März 1880 · Seite 6 · #Bettler
Zur Unterdrückung des Bettelwesens. Die im verflossenen Jahre 1879 für den städtischen Armenfond abgewickelte Subskriptionssammlung hat den nicht zu unterschätzenden Betrag von 6298 fl. 62 kr. eingetragen. Die Einwohner der Landeshauptstadt Innsbruck bilden dadurch, daß sie sich an der Subskription lebhaft betheiligen, gleichsam einen Verein zur Armenunterstützung, der mancher Stadt in der österreich. Monarchie zum Vorbilde geworden ist, der seinen Theilnehmern die Beruhigung gibt, daß nichts unterbleibt, was für die städtische Armenpflege wahrhaft nothwendig und ersprieslich ist. Durch das Schild, welches die Armendirektion bei der Neugestaltung des Armenwesens im Jahre 1874 zu dem Zwecke aufertigen ließ, damit es an den Wohnungsthüren angeheftet werde, und auf rem die Landstreicher und Taugenichtse schon vor jeder Wohnung das für sie abschreckende Diktum lesen „ Bettler werden hier abgewiesen rc. ", wird kundgegeben, daß in dieser Stadt das an und für sich verderbliche Betteln verboten ist. Wenn strenge darnach gehandelt wird und dieses Schild an keiner WohnungSthür fehlt, wo überhaupt eine Gabe zu erwarten steht, kann der Bettel ganz ousgerottet werden, was bisher die Erfahrung gezeigt hat. Tie Stadt Innsbruck hat sich durch das völlige Verschwinden des Bettels gleichsam einen Ruf erworben, der ihr umsomehr zur Ehre gereicht, als dadurch nachgewiesen erscheint, daß beinahe die ganze städtische Bevölkerung wesentlich dazu beiträgts, daß ein ebenso sinnreiches wie im Grunde einfaches System in der Armenpflege zur Durchführung gelangte.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. März 1880, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4128-erfolgreiche-armenfondssubskription-in-innsbruck-zur-bekaempfung-1880).

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