SSL. Georg von Ireundsberg. (Schluß.) Vergeblich schrieb Freundsberg unzähligemale an den Connetable v. Bourbon, wegen der Vereinigung ihrer beiden Heere, und nach Innsbruck um Nachschub an Truppen und Geld. Fast alle diese Boten wurden aufgefangen oder von deni, über die Drangsalen des unaufhörlichen Krieges verzweifelnden Landvolk erschlagen. Das Heer war in der größten Noth, vielfältig mußte es über die, von unendlichem Regen angeschwollenen Flüsse und Kanäle waten oder schwimnien. Das Geld wurde immer kürzer. — „Wan man mier ain Zug weiß zngesagt hat, find ich niit großer Müeh schwarz " schrieb Freundsberg niit Recht an Regiment und Kaninier zu Innsbruck. Schon auf die erste Nachricht von Herrn Georgens Ankunft wollte ihm Bourbon das schwache kaiserliche Heer aus Mailand entgegen führen, sich mit ihni vereinigen. Aber wegen ausständigen Sold aufrührten die Spanier, plünderten, schonten in ihrer Wuth weder Kirchen noch Klöster. Am letzten Jänner 1527 geschah endlich die Vereinigung. Das Heer zählte über 32,000 Mann. Am 22. Februar brach es auf, und kam über Parma, Reggio und Modena, ani 8. März nach San Giovania bei Bologna. Weder Oberste noch Knechte hatten auf dem ganzen Marsch einiges Geheininiß daraus gemacht, sie zögen nach Rom, ihr Geld von dem Urheber des Krieges selbst zu holen, wollten da also Hausen, daß ihm alle Lust zu weiteren Händeln auf ewig vergehen sollte. M ^ zr i Der Papst darüber erschrocken, faßte schnell einen Entschluß, unterhandelte niit des Kaisers Vicekönig zu Neapel, kraft dessen er seine Völker abdanken, die Colonnas wieder einsetzen, 60,000 Dukaten, und insbesondere noch jedem Soldaten einen Monatsold bezahlen sollte. § B Cäsar Feramuska brachte als Lannoys Abgeordneter die erste Nachricht von dieseni Vergleich in das Lager. Die Feldherren erschraken darüber tödtlich; denn das Geld, womit sich der Papst loskaufte, reichte nicht hin, die Truppen nur zum fünften Theil zu befriedigen. Des Kaisers Feinde, die Emissarien der Ligue, und deren waren nur zu viele, fast in jedem Orte und selbst mitten im Lager, waren mfrig bemüht, diese Nachricht mit gehässigen Zusätzen und Vergrößerungen ja recht schnell und recht allgemein unter den Truppen zu verbreiten, also daß, während Bourbon und die übrigen Obersten noch mit Feraniuska unterhandelten, der Aufruhr unter den Spaniern mit der allergrößten Wuth ausbrach, zumal als sich der Marquis del Vasto mit den neapolitanischen Völkern in Folge jenes Vergleiches voni Heere trennte. Die Spanier feuerten ihr Geschütz in die
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 30. September 1885, S. 29, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4746-kriegsnoete-und-unerfuellte-hoffnungen-auf-unterstuetzung-im-lager-1885).
(Ein verbotenes Gedicht.) Das k. k. Landesgericht in Wien hat das in Nr, 49 der „ Deutschen Wochenschrift " enthaltene Gedicht mit der Aufschrift „Darwinismus, Knittelverse von Adolf Pichler ", wegen Vergehens nach § 302 …
(Kaiser Max auf der Martinswand.) Unser Landsmann, der Professor an der k. k. Oberralschule in Linz, Herr Karl Kirchlechner, hat die Entstehung und Entwicklung der Sage von dem Abenteuer Kaiser Max ' auf der Martinswand …
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