Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
SEELSORGE IM SPITAL UNMÖGLICH

Zur Frage der Seelsorge im neuen Spitale durch die Redemptoristen

(Zur EpitalSfrage.) Wir erhalten von maßgebender Seite nachstehende Aufklärung über die Gründe, welche es den Redemptoristen nach der Ablehnung ihres bekannten Kaufsantrages, unmöglich machen, die Seelsorge im neuen Spitale zu übernehmen: 1) Die Cong egation kann und darf bet ihrer Verpflichtung bezüglich der VolkSmtsfionen die Arbeitskräfte ihrer 12 bis 13 Priester hier nicht auf drei verschiedene fländige Posten in der Stadt zersplittern. Eine solche Zersplitterung wurde von den Ordmsobem aus evidenten Gründe « absolut verboten. 2) Zwei ständige Posten versteht die Congregation in der Stadt bereits jetzt schon: St. Johann am Jnnrain als Kloster und Ezpositurkirche und die zwei Kaplaneien an der Spitalkirche. Soll sie dazu die ständige Seelsorge im neuen Spitale übernehmen, so muß rie, um Kräftezersplitterung zu vermeiden entweder die Spttaikirche oder St. Johann al « Klosterkirche aufgeben. 3) Gibt sie die Spitalkirche auf. so hat sie für den öffentlichen Gottesdienst nur mehr die kleine St. Johannkirche, welche, wie der Augenschein offen zeigt, für ein Kloster von 12 Priestern in dev Monaten, wo alle Patr - S vollzählig in Innsbruck weilen, zur Ausübung ihrer priesterlichen Wirksamkeit viel zu klein ist. Mit dem Sufgeben der Spitalskirche müßte, eben weil die St. Johannes kirche zu klein ist, die Priester zahl des Klosters reduciert werden, ist diese reduciert, so ist neben den Missionsarbeiten die Führung der Seelsorge im neuen Spitale von selbst unmöglich gemacht 4) Da egen könnte, wenn die Congregation an der Spitalskirche eine entsprechende Wohnung hätte, St. Johann als Klosterkirche ganz aufgegeben und als Cxpofitur, in welcher Eigenschaft für sie nur ein einziger Priester gestiftet ist und auch leicht genügt, exeurrsnäo von der Spitolkirche versehen werden, bis vielleicht nach Hebung des gegenwärtigen Priestermangels diese Stelle mit der Zeit wieder mit einem Weltpriester könnte besetzt werde «. Mit dieser Verlegung ihre - Wohnsitzes von der Johannis an die Spitalskirche hätte die Cougregatiou St. Johann al « ständiger Posten aufgegeben und wäre auf diese Weise in der Lage ohne Zersplitterung ihrer Kräfte die Seelsorge im neuen Spitale übernehmen zu können.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 26. März 1889, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5206-zur-frage-der-seelsorge-im-neuen-spitale-durch-die-redemptoristen-1889).

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