7 Umrahmung, die in ihrer Ursprünglichkeit im eminenten Sinne wohlthuender und packender wirkt, als jene in den Städten. Und am gestrigen Tage hatten noch dazu die Compagnien des in Innsbruck stationirten „ Kaiserjäger - Bataillons " auf dem eine Viertelstunde entfernten oberhalb des Dorfes gelegenen Scheibenstand „ gefechtsmäßiges Schießen ". Wie feierlich nahmen sich da nicht die Dechargen oder das Schnellfeuer zu dem Geläute der Kirchen? glocken aus! Ein wunderbarer Zusammenklang! Nach dem Umzuge versammelte sich Männlein und Weiblein in den Wirtslocalen Absams, wobei ich zu bemerken nicht unterlassen will, daß mir die Localitäten des Herrn Prantl, das bekannte Ebner ' sche Anwesen, in Bezug auf Sauberkeit und gute Verpflegung besonders imponirten. Gegen Abend kehrte ich nach Hall zurück, um noch nahe der Stadt einen reizend schönen versteckten Winkel aufzusnchen, wo sich ein Wiener Kunstmaler, Si b er ist sein Name, auf kurze Zeit niedergelassen hat; derselbe hat auch nebst vielen anderen Guten die Bilder für die Sühnkapelle in Meyerling gemalt. Meyerling! Welchen Oesterreicher, welchen Deutschen, welchen edel denkenden Menschen überhaupt erfüllt nicht der Name mit Schaudern, welcher den Ort bezeichnet, wo ein hoffnungsvoller, reich begabter Fürstensohn so unglücklich geendet hat! Und welcher Deutsche erinnert sich dabei nicht zugleich der Worte, die der kaiserliche Vater, der auch diesen furchtbaren Schicksalsschlage mit wahrem Heldenmuthe und festem Gottvertrauen zu überwinden wußte, einst geesprochen, der Worte nämlich: „ Ich bin ein deutscher Fürst ". So gewaltig wie die Tiroler Berge ewig zum Himmel emporstreben, so monumental wird dieser Ausspruch des hohen edlen Fürsten ewig in der Geschichte Deutschlands stehen! ' Zchtzy, .llSpnüM na; ffe3 ( rrS? 1 J Vom Speckbacher Haus — es ist dies der bezeichnete romantische Malerwinkel — kehrte ich nach dem Zeindl ' scheu Gasthause „ zur Post " in Hall zurück, woselbst man so vortrefflich untergebracht und verpflegt wird, mit dem Vorsatze, jetzt das Stubaithal zu besuchen und ihnen über die dortigen Sommerfrischen vielleicht etwas, das Sie einigermaßen interessiren dürfte, mittheilen zu können.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 1. Juli 1891, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5459-gefechtsmaessiges-schiessen-der-kaiserjaeger-auf-scheibenstand-und-1891).
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