" Ge « ei « deraths - Sitzimg am 19. Ort. unter dem » Vorsitze des Bürgermeisters Dr. Falk. (Schluss.) Der Herr Bürgermeister legt die Abrechnung des Herrn Ingenieurs Altmann mit der Firma Holzmann und Comp, für die Legung des Röhrennetzes für die Hochdruckleitung in der Stadt vor. Die Kosten hiefür auf dem rechten Jnnufer belaufen sich nach der revidierten Rechnung auf 2 l 9. 424 fl., am linken Jnnufer auf 46 242 fl. Die Erweiterungskosten betragen 12. 410 fl. in Summe 278 078 fl. Die Firma erhebt aber noch über obigen Betrag eine Mehrforderung von 6063 fl 95 kr. Diese Mehrforderung begründet sich hauptsächlich dadurch, dass die Gesammtheit der aufgeworfenen Gräben einen größer » Mittlern Durchschnitt der Tiefe, in welche d e öhren gelegt wurden, ergab, als bei der Vergebung der Arbeit an enommen worden ist. Nun haben aber Holzmann und Comp, den Fertigstellungs - Termin nicht genau eingehalten und als Ursache hievon den strengen Winter und die verspätete Vollendung der Trambahnbrücke in Mühlau, wodurch der Anschluss verzögert worden, angegeben. Die Ueberschrntung des vertragsmäßigen Termines beträgt 221 Tage; zieht man hievon 90 Tage als Frosttage ad, so bleibt immer noch eine Ueberschreitung von 131 Tagen, für die ein Pönale im Betrage von 5610 fl zu zahlen wäre. Am linken Jnnufer wurden die Arbeiten um 44 Tage zu spät vollendet und hätte die Firma eine Strafsumme von 630 fl., im ganzen also 6240 fl. zu zahlen. Der Bürgermeister erklärt, dass er sich mit der Unternehmung wegen ihrer Mehrforderung lange herumgestritten habe, die Firma halte sich nicht verpflichtet, " in Pönale zu zahlen, da nicht sie Schuld an der Verzögerung sei, auch getraue sie ihre Mehrforderung im Wege des Processes geltend zu machen. Das Wasser - Comitö sei nun zur Ansicht gekommen, dass aus dem Vertrage mit der Firma Holzmann u. Comp, nicht mit voller Gewissheit hervorgehe, ob nicht der Firma die Mehrforderung für die Tieferlegung der Röhren von gerichtswegen zugesprochen würde. Man könne deshalb den Vorschlag der Firma, das Pönale gegen ihre Mehrforderungen auszugleichen, annehmen, was auch von der Versammlung geschieht. Bei diesen Arbeiten sind gegen den Voranschlag 30. 000 fl. erspart worden. Der Vorsitzende berichtet über einen Antrag des Ingenieurs Altmann, die Leitung von dem Wasserschachte in der Mühlauer Klamm bis zum Reservoir an der Schweinsbrücke durch einen zweiten Röhrenstcang zu verstärken und beide Röhrenstränge so zu legen, dass sie vor Abrutschungen oder Lawinen gesichert sind. Die Kosten hiefür beziffern sich auf 35. 000 fl. Die umzulegende, bezw. neuzulegende Strecke ist 1100 Meter lang. Zur Zuleitung des Wassers in das Reservoir dient bis jetzt die alte Leitung, dieselbe kann die Wassermenge nicht fassen, darum fließt noch so viel Quellwasser in den Mühlauer Bach ab, auch ist die alte Leitung der Lawinengefahr ausgesetzt. Schon im ursprünglichen Präliminare ist daher die Umlegung dieses Stranges in lawinensicheres Terrain ins Auge gefasst worden. Gleichzeitig ist es nöthig die Leitung zu vergrößern, damit das gesammte der Stadt gehörige Wasser dem Reservoir zuzeführt werde, deshalb muss ein neuer Strang gelegt werden. Bon der Gesammtlänge dieser neuen Leitung von 1100 m müssen ^ 55 m durch Stollen geführt werden. Das Bau und das Wasser - Comit « hält diese Arbeit für unbedingt nöthig zur Sicherung der Wasserleitung; ohne dieselben sei die neue Wasserleitung als unvollendet zu betrachten und laufe Innsbruck Gefahr, zeitweilig ohne Wasser zu sein.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 21. Oktober 1891, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5493-abrechnung-der-hochdruckleitung-und-verstaerkung-der-wasserleitung-1891).
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