kann. Nun liegt aber das Höttinger Reservoir 55 Meter über dem mittleren Stadtniveau, welche Höhe zur Versorgung der Häuser in allen Stockwerken und zur ausgiebigen Benützung der Hydranten des linksseitigen Stadttheils unerläßlich ist. Um das für beit linksseitigen Stadttheil erforderliche Wasserquantum dem Höttinger Reservoir zuführen zu können, ist bei einer Lichtweite der Zuleitung von 125 m/m und einer Länge von der Jnnbrücke durch die Höttinger - Gasse bis zum Reservoir von 400 Meter, eine Druckhöhe vou 18 ' 8 Met. erforderlich. Die Höhe des Höttinger Reservoir über dem mittleren Stadtniveau beträgt aber, wie schon bemerkt, 55 Meter, so dass also die disponible Druckhöhe in dem Stadtrohrnetz bei dem Abgang der Zuleitung zum Höttinger Reservoir bei der Jnnbrücke 55,0 s - 18 ° 8 — 73,8 Meter betragen muss. Die Anzahl ständig laufender Hofbrunnen bei der alten Leitung betrug 625 Stück und es unterliegt keinem Zweifel, dass nach Auflassung der alten Leitung die ans der neuen Leitung zu speisenden Hof und Stockwerkbrunnen eine weit höhere Zahl erreichen wird. Um diesen Brunnen seinerzeit das nothwendige Wasser zuführen zu können, ist zur Bewirkung der Fortbewegung eine Druckhöhe von circa 65 Meter erforderlich, und bannt gleichzeitig auch die Höhenlage des Hochreservoirs von 73,8 Z - 64,2 = 138 Meter über dem mittleren Stadtniveau bestimmt. Um dies ohne complicierte Rechnung Nachweisen zu können, möchte ich mich eines naheliegenden Beispiels bedienen: Bei der Stadt Hall, welche ebenfalls mit einer Hochdruckleitung versehen ist, die nach dem gegenwärtigen Stand 425 Stück ständig laufender Privatbrunnen mit Wasser versieht, ist das Hochreservoir 65 Meter über dem untern Stadtplatz gelegen Die zur Fortbewegung des erforderlichen Wasserquantums nothwendige Druckhöhe beträgt, wie durch wiederholte Manometer - Messungen seinerzeit commissionell festgestellt wurde, 42 Meter, so dass also am untern Stadtplatz noch eine disponible Druckhöhe von 65 — 42 Meter — 23 Meter vorhanden ist. Wenn man also nur annehmen wollte, dass seinerzeit in der Stadt Innsbruck 25 Stück ständig laufende Brunnen mehr, als bei der alten Leitung errichtet werden sollten, so würde zur Fortbewegung des Wassers für 650 Stück ständig laufende Brunnen eine Druckhöhe von 42 Z - 21 — 63 Meter erforderlich sein, und würde sich somit die Höhenlage des Hochreservoirs bei der Schweinsbrücke über dem mittleren Stadtniveau aus folgenden 3 Zahlen zusammensetzen: 1. Höhenlage des Höttinger Reservoirs über dem mittleren Stadtniveau — 55,0 Mtr. 2 - Notwendige Druckhöhe um das erforderliche Wasser dem Höttinger Reservoir zuführen zu können — 18,8 „ 3. Notwendige Druckhöhe um 650 Stück ständig laufende Brunnen in der Stadt mit dem erforderlichen Wasserquantum versehen zu können — 63,0 „ zusammen also 136,8 Mtr. woraus also klar hervorgeht, dass der Wasserspiegel im Hochreservoir 137 Meter über dem mittleren Stadtniveau gelegen sein muss, oder dass der hydrostatische Druck in der Leitung 13,7 Atmosphären betragen muss, um den erforderlichen Betriebsdruck von 7,4 Atmosphären jederzeit zur Verfügung zu haben. Dieses Beispiel soll natürlich nur den Zweck haben, um in allgemeinen Zügen die Höhenlage des Hochreservoirs zu erklären, während seinerzeit in der dem Prospekt beigegebenen Denkschrift das Gleiche in ausführlicher genauer Berechnung begründet worden ist. Die Einwendung, man könnte durch Anbringung von weniger ständig laufenden Brunnen nicht nur Wasser, sondern auch Druckkraft ersparen und dadurch mit einer Anlage von geringerem Betriebsdruck ausreichen, bedarf wohl kaum einer Widerlegung, denn bekanntermaßen ist das Wasser umso besser, je rascher und directer es von den Quellen zum Ort seiner Verwendung geführt werden kann nnd keine Stadt, die in einer so glücklichen Lage wie Innsbruck ist, mindestens 120bis200Secunden- Liter vorzügliches Quellwasser jederzeit zur Verfügung zu haben, würde sich die Anwendung des in Bezug auf Erhaltung der Güte des Wassers besten Systems der Wasserabgabe durch ständig laufende Brunnen entgehen lassen. Nachdem also, wie eingehend nachgewiesen, eine Verminderung des Betriebsdrucks unter 7 bis 8 Atmosphären nicht zulässig ist, so bleibt
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 12. Mai 1891, S. 11, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5441-berechnung-der-notwendigen-druckhoehe-fuer-die-versorgung-des-1891).
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