Die vierdiwenftonale Welt. Als ich mich vor Jahren um ein literarisches Nenjahrsgeschenk umsah, legte mir der Buchhändler neben anderen neuen Erscheinungen auf dem Büchermärkte das zweibändige Werk von Lazar von Hellenbach, „ Die Vorurtheile der Menschheit " 1879 vor. Ich erinnerte mich, dass E. L. Bulwer in seinem anmuthigen Familienroman, „ Die Caxtons " an einer Stelle sagt, das - Buch aller Bücher, welches noch ungeschrieben ist, wäre die Geschichte der menschlichen Vorurtheile und Jrrthümer. Nun lag ein solches Buch vor mir. Zwar sah ich mich schon beim ersten Durchblättern desselben enttäuscht, denn die Betrachtungen über Glaube, Wissen, Recht, Moral, liefen im Schlnsscapitel doch nur auf eine Anempfehlung des Spiritismus und den Hinweis auf eine intelligible Welt hinaus. Dafür wurde mir das Vergnügen zu Theil, die Bekanntschaft des Verfassers dieses Werkes zu machen, welcher zufällig im Buchhändlerladen anwesend, mein Interesse für seine Ideen, namentlich die vierdimensionale Raumanschauung innerhalb der menschlichen Erscheinungsform zu wecken sich angelegen sein ließ. Ans diese Art kam ich unter die Spiritisten, wurde Leser der Monatschrift „ Das Licht aus dem Jenseits " von Const. Delhez und als Teilnehmer spiritistischer Sitzungen Zeuge von allerlei Geistcrspuk, darunter auch jenes Vorfalles im Winter 1884, der zur Entlarvung des amerikanischen Geisterbanners Harrys Bastian führte. Baron Helleubach hatte dieses Medium über Anregung des Erzherzogs Johann von Toscana gegen ein Honorar von 100 fl. für die Sitzung eigens nach Wien citiert. Nach einigen kleineren Proben mit fliegenden Guitarren, Tischklopfen und Glockenspiel, tastenden Händen, Fußabdrücken auf überkr ideten Tafeln u. s. w., kam es zur Hauptvorstellung im Palais des Erzherzogs Johann, welcher bekanntlich auch Kronprinz Rudolf beiwohnte. Die lustige Geschicke der Absaugung Bastians hat der Erzherzog selbst in einer bei Ebenhöch in Linz 1885 erschienenen Broschüre ergötzlich geschildert. Durch das plötzliche Zuklappen der Thürflügel zwischen dem Schreibzimmer und dem Bibliothekssaale wurde dem im Halbdunkel hin und her huschenden Gespenst der Rückzug abgeschnitten und bei dem plötzlichen Aufflackern der Gasflammen sah man, wie Mr. Bastian in Wollensocken, einen Schleier auf dem Haupte, mit einem gewaltigen Sprunge über die Sitzreihen, aus dem Saale flüchtete. Im Vorzimmer erwischte er bie Kappe eines Lakaien, vertauschte sie mit dem Schleier und entkam so auf die Straße, wo er in einem Einspänner das Weite suchte. Die Gauckelei lag auf der Hand, aber die Spiritisten strengster Observanz ließen sich dadurch nicht irre machen. Baron Hellenbach nnd seine Anhänger gaben zwar zu, sich in diesen! Falle getäuscht zu haben, nimmermehr aber in der Sache selbst. Wirklich tauchten bald darauf Slade, Hillel, Cumberland, letzterer in der Roll ' eines Gegenapostels des Spiritismus auf, und machten noch größeren Eindruck als Mr. Bastian, dessen Unfall auf den Bestand der spiritistische i Cirkel einen merklichen Einfluss nicht ausübte. Zu erklären ist dieser Umstand nicht schwer. Dee Doktrinarismus pflegt wie überall, so auch in den Naturwissenschaften Widerspruch und
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. Jänner 1892, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5527-spiritistische-erlebnisse-und-entlarvung-des-geisterbanners-bastian-1892).
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Bezirksgericht Welsberg einen Brief von ihrer Hand in die Kanzlei an ihren Mann und erschoss sich dann mittelst eines Revolvers. «Die Jungfrau von Radcin.) Neuestens beschäftigt sich das Gerede der Leute wieder mit der „ …
September untergebracht. (Ausgewanderl.) In der letzten Woche sind mehrere Personen aus der der Gegend von EbbS nach Pennsylvanien ausgewandert, wo sie sich eine Verbesserung ihrer Lage erhoffen. …
(Eine dunkle Geschichte.) Seit drei Wochen werben drei nach Schwaz zuständige Jünglinge in, Alter von 17, 26 und 27 Jahren vermisst. Am 30. August — so erzählt man — hätten dieselben beim Mondscheinwirt in Schwaz sich Ni …
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