ohne gehörige Bewegung — gefangen sein zu müssen, so ist sein eventuell eintretender Tod umso natürlicher, wenn er nebst der nicht zusagenden Zimmerluft, noch die mit schädlichen » Ausdünstungen geschwängerte Atmosphäre eines Fieberkranken mit einathmen muss. In der Regel geht der Kreuzschnabel an Lungenlähmung ( einer Krankheit, welche bei Stubenvögeln sehr häufig vorkommt) zugrunde, kann aber absolut nichts dafür, wenn der in seiner Nähe befindliche Kranke stirbt, oder — gesund wird. Warmherzige Bogelfreunde sollten es sich angelegen sein lassen, derlei Unsinn, wo sie ihm begegnen, mit allen Mitteln zu bekämpfen und darauf zu dringen, dass der im Käfig eingeschlossene Vogel in einer Art und Weise gehalten und gepflegt wird, welche ihm die geraubte Freiheit möglichst vergessen lässt. Mehr harmlos, aber auch noch viel einfältiger ist der Glaube, dass der Besitzer eines Kreuzschnabels, namentlich eineS „ Linken " (Bezeichnung für einen Kreuzschnabel, bei dem die obere Schnabelhälfte nach links abwärts gebogen ist), ein besonderes Glück in allen seinen Unternehmungen hat. Ich habe seinerzeit ein Geheimmittel an derlei „ Glücksfänger " um theueres Geld verkaufen wollen, will es nun aber hier, weil sich die Gelegenheit bietet, in uneigennützigster Weise veröffentlichen: Man tödte einen linken Kreuzschnabel, stopfe ihn aus und hänge sich denselben als Amulet um den Hals, aber so, dass er auf dem bloßen Körper zu liegen kommt. Es ist dies ein unfehlbar, glückbringendes Hilfsmittel, welches namentlich alten Lotterie - Schwestern beim Studium ihrer Zahlen - Combinationen vortheilhafte Dienste leistet. Die Bogelfreunde im Gebirge mögen übrigens die Beruhigung haben, ' dass sich nicht nur in ihren Reihen derartige Kreuzschnabel - Verehrer befinden, sondern dieselben allenthalben überall, ja sogar im Lande der Denker zu treffen sind. Las ich doch kürzlich in der im hiesigen Vereine für Vogelkunde aufliegenden „ Thierbörse " ( herausgegeben in Berlin) ein Inserat, mit welchem eine Vogelhändlerin in Berlin Kreuzschnäbel anbietet, welche alle möglichen Krankheiten an sich ziehen. — Eine solche Annonce zu veröffentlichen, würde einen hiesigen Vogelhändler denn doch nicht in den Sinn kommen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 10. November 1893, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5735-kreuzschnabel-glaube-als-gluecksbringer-und-seine-schaedlichkeit-1893).
(Imster Kanarienzucht.) Man schreibt uns:. In einer der jüngsten Nummern dieses Blattes brachte Herr Paul Greußing einen anregenden Artikel betitelt: „ Des Vögleins Dank ", mit welchem er auf die sz. in Imst und Umgebung …
Die vierdiwenftonale Welt. Als ich mich vor Jahren um ein literarisches Nenjahrsgeschenk umsah, legte mir der Buchhändler neben anderen neuen Erscheinungen auf dem Büchermärkte das zweibändige Werk von Lazar von Hellenba …
Messe. (Aus Telfes) wird uns geschrieben: Beim Abbruch der Ruinen eines hiesigen uralten, abgebrannten Hauses stießen die Arbeiter plötzlich auf ein eingemauertes, zugenageltes Kistchen. „ Ein Schatz " war das Losungswor …
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