Gerichtsrettrmg. Innsbruck, den 18. Juni. lieber die Verhandlung gegen M. Pfasfinger aus Kwchbichl, welcher d. s Verbrechens des Toötschlags angeklagt war, tragen wir zu unserem gestrigen Berichte noch Folgendes über den Fall nach der Anklage und über den Verlauf der Verhandlung nach. In der Gegend von Kufstein herrscht noch immer die alte Unsitte, gelegentlich der Geburt des ersten Kindes um das betreffende Haus herum „ein " und „ abzuläuten ", wobei jedoch nicht mehr eingeläutet werden darf, wenn bereits früher abgeläutet wurde. Am 21. April l. Js. haben sich ungefähr 12 Burschen in der Gemeinde Buchberg zusammengefunden, um beim Josef Zangerle, Hoferbauer in Nußheim, einzuläuten. Dies war anderen Burschen zu Ohren gekommen und es haben sich etwa 10 verabredet, ebenfalls sich dort, aber als „Abläuter ", einzufinden und das „ Einläuten " zu verhindern. DieAbläuter " bewaffneten sich durchgehends mit gaunstccken und Johann Markt nahm auch 2 Pistolen mit sich. Als es anfieng dunkel zu werden, begaben sich die „ Einlänter " mit Kuhglocken versehen zum Hause des Hoferbauern und während dortselbst mit dem Bauern Josef Zangerle die üblichen Sprüche gewechselt wurden, fielen plötzlich unter dem Hause einige Schüsse und die sog. „ Abläuter " stürmten heran und es entstand nun eine allgemeine Schlägerei. Der Steinbauer Michael Ritzer und der Bichlerbauer Michael Karrer hatten sich etwas entfernt vom Hofergute postiert, um dem. Einläuten " zuzuhören, weil sich unter den „ Einläutern " der Stiefsohn des elfteren und der Sohn des letzteren befanden Als sie plötzlich ein wildes Gejohle hörten, rief Ritzer dem Karrer zu: „ Jetzt gehts nicht mehr gut, unseren Buben müssen wir zu Hilfe kommen. " Beide betheiligten sich dann an der Schlägerei, und während Karrer am Kopfe und Oberarm nur leichte Verletzungen erhielt, wurde Ritzer von einem Burschen durch einen auf den Kopf geführten Streich zu Boden geschlagen, von wo er aber bald wieder aufstand. Der Lärm war so stark, dass auch die Bäuerin Katharina Ritzer daherkam und ihren Mann, den sie neben dem Hoferhause stehend traf, fragte, was es gegeben habe, worauf er zu ihr sagte: „ Jetzt hat mir einer eine gegeben, dass es mich gerade überdraht hat. " Die Schlägerei, bei welcher auch noch die „Auslänter " Georg Freisinger und Joh. Markl mehr oder weniger leicht verletzt wurden, war zu Ende es wurde noch in bester Ordnung „ eingeläutet " und dann theils der Heimweg ongetreten, theils zum Grafenwirte in Ebbs gegangen. M. Ritzer begab sich mit seiner Frau und M. Karrer nach Hause und sagte unterwegs zu letzterem: „ Ich babe eine feste bekomm n " und zu seiner Frau sagte er, es wäre viel bester, wenn er wund
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. Juni 1895, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5910-auseinandersetzung-bei-einlaeuten-in-buchberg-verhandlung-gegen-m-1895).
(Raufet ccss.) Gestern nach 2 Uhr Nachmittag geriethen zwei Italiener vor der städt. Fleischbank in Streit, der schließlich in Thätlichkeiten ausartcie, wobei einer oer Italiener, der beim Fleischbankgebäude als Kastanie …
(TodLschlag.) Heute ' 9 Uhr vormirtags kam beim hiesigen Schwurgerichte ein Todtschlag zur Verhandlung. Hiebei führte der k k. Landesgerichtspräsident Baron Czörnig den Vorsitz, die Anklage vertrat der k k Staatsanwaltss …
4 Polizeicommissariat berufen.) Eine solche Erlaubnis darf in der Regel nur von Fall zu Fall für einzelne Nächte und nur bei besonderen Verhältnissen für gewisse bestimmte Zeitabschnitte ertheilt werden. Hinsichtlich der …
(Polizeistatistik.) Im verflossenen Jahre wurden von der städtischen Sicherheitswache 1590 Verhaftungen vorgenommen und zwar: Wegen Bettel und Landstceicherei 646, wegen Trunkenheit, Straßenexcesse und Ruhestörung 282, w …
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