Das son enbevorzugte Dorf Hbtting hat in den letzten Zeiten nicht allzu glückliche Tage gesehen. Der Verkehr wurde von ihm abgelenk -, s lbst die Wasserstraße, die das linke Jnngeläude belebte, hörte auf benützt zu werden. Die wohlhabenden Familien Innsbrucks verlegten mit Voruede ihre Sommersitze ans das Mittelgebirge der südlichen Thalseite, die Stadt Innsbruck b eitete sich immer mehr aus und verlegte ihren Schwerpunkt nicht mehr ans linke User, sondern immer mehr südöstlich — bis endlich der große Schienenweg die Entwicklung der Stadt immer mehr südwärts lenkte, wo nun zuletzt freilich die Sill energisch Halt gebot. So blieb denn in Hötting alles beim alten, wenn auch nicht im Interesse der Gemeinde, sv doch in vieler Beziehung zur Freude seiner Bewohner und Freunde. Dem ungeachtet musste ja doch die Zeit kommen, wo auch für die schön gelegene Gemeinde die Stunde weiterer Entwicklung schlug. In den 70er Jahren wurde das freilich einfache, aber geräumige Schulhaus gebaut, der Kindergarten und das Malsatti - Jnstitut errichtet Und nun wird der Gemeinde ihre Kirche zu enge und sie geht daran, ein neues Gotteshaus zu bauen. Die Pläne hiefür sind bereits entworfen und dem Publicum durch Schaustellung und Besprechung bekannt geworden, und es ist nur zu wünschen, dass das schöne Project in den Formen des Uebergangsstiles von Leopold Heiß zur Ausführung gelangt welches mit geschickter Freiheit die Reinheit der alten Formen und die Bedürfnisse moderner Raumgestaltung zu verbinden weiß. Da schien es nun, dass der alten Kirche ein nicht erfreuliches Schicksal bereitet werden könnte, wiewohl do h glücklicherweise die Zeiten vorüber sind, wo solche Objecte zu Verpslegsmagazinen und ähnlichen Nutzräumen herabgewürdigt wurden. Es ist demnach ein glücklicher und verdienstvoller Gedanke des genannten Projectanten der neuen Kirche, die alte Cnltusstälte für einen würdigen und nützlichen Zweck zu adaptieren, welcher es gestattet, den architektonisch und historischen Reiz derselben nicht nur voll zu erhalten, sondern noch lebhafter zu betonen. Die Absicht geht dahin, das Gotteshaus zum Gemeindehause, zur „ Rathstube " ^ umzugestalten. In pietätvoller Weise soll das Alte geschont und erhallen werden, nur wenig ist nach dem Projecte dazu gekommen. Vor allem wird der Chor der Kirche, welchem sein schönes Sterngewölbe erhalten bliebe — während es imMitteltheile anlässlich der Verzapfung beseitigt wurde — dem heiligen Zweck auch fürderhin gewidmet bleiben. Durch einen neuen seitlichen Eingang betritt man eine Diele, wie sie so gerne in mittelalterlichen Häusern angelegt wurden, von derselben gelangt man einerseits in die Gemeindeamtsräume, anderseits in die Kapelle, die das reizende kleine, alte Pförtchen, das jetzt außen steht, als eigenen Eingang erhält. Durch den Thurm auf den obern Umgang der Diele emporsteigend, wird man durch Freilassung gegen die Kapelle hin einen reizenden Einblick in dieselbe und ebenso in das untere Vestibüle gewinnen, während links davon der obere Theil der Kirche als Rathsaal ausgestaltet wird, wozu in erster Linie die Wiederanbringung der charakteristischen, beim Chor erwähnten Netzgewölbe geplant ist. Die Untertheilung des ganzen Klrchenraumes der Höhe nach in zwei Theile
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 9. November 1896, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6097-umbau-der-alten-hoettinger-kirche-zu-rathstube-und-gemeindehaus-1896).
ein im Juli v. Js. abgegebenes fachmännisches Gutachten, dass der Thurm im Laufe der Jahre „ sehr gelitten hat ", dass die Schäden anlässlich „ des eingetretenen Rostfraßes an der Blechdachung, der theilweisen Fäulnis de …
(Aus Stumm) im Zillerthal wird uns geschrieben: Die hiesige Pfarrkirche erhielt vergangene Woche einen neuen Hochaltar. Die Arbeit lieferte die Firma A. Vogl in Hall nach dem Entwürfe des hochw P Johann Maria Reiter in H …
Ganz besonderen Dank aber schulden wir gewiß auch der wohlerwürdigen Ordensgenoffenschaft des allerheiligsten Erlösers, dass sie den hochherzigen Gedanken gefasst hat, eine Herz Jesu - Votivkirche anlässlich dieser Cente …
(A u s E b b s bei K u f st e i n) wird uns unter dem 14. ds. geschrieben: Bei der Himmelfahrts- Ceremonie in unserer herrlichen Pfarrkirche fiel heute ein Engel auf das Kirchenpflaster, glücklicherweise ohne jemanden zu …
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