Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WAPPENTURM AUF ENTSCHEIDUNGSKARTE

Neujahrs-Ehrung des Wappenthurms in Innsbruck mit Bild und Schrift

(Innsbrucker diesjährige Neujahrs- Entschuldigungskartell Diesmal wurde ein Gegenstand gewählt, der bereits einmal ( 1887) das Substrat für eine Neujahrsgabe unserer Stadt gebildet hat: der einstige Innsbrucker Wappenthurm. Jeder, der ein Bild sieht von diesem originellen Bauwerk, muss aufs lebhafteste bedauern, dass ein so charakteristisches Denkmal aus alter Zeit der Pietätlosi ckeit eines späteren G schlechtes zum Opfer gefallen ist. Dieses Gffühl des Schmerzes zu conftatieren mag genügen. Langes Jammern Hilst nichis, „ wer einmal todt da liegt, der wird nicht mehr lebendig ". Immerhin aber ist es recht und billig, sich eines ehrenwerten Tobten, einer gefallenen Größe zu erinnern, nicht zum wenigsten, wenn dieser Todte. wie in unserem Falle, 0n interessantes Wahrzeichen der Landeshauptstadt war 18 * 7 wurde dem Publicum die Reproduction einer Schwarzzeichuung des Thurmes in die Hand gegeben. Prof. Oswald Redlich lieferte gleichzettig im Tiroler Boten eine anziehende Geschichte des Baues, von welcher nur zu bedauern ist. dass nicht eine größere Zahl von S > paratabzügen hergestellt wurde, um einem so großen Leset kreis zu genügen, als die dankenswerte Arbeit verdient Aus Pros. R dlichs Abhandlung soll hier nur daran erinnert werden, dass der Schöpfer des ThurmeS in seiner Gestatt als Wappenthurm, welcher den Stadtausgang von der Hofgasse hinaus aus den Rennplatz zierte, Kaiser Max gewesen ist, derselbe, welcher auch unser goldenes Dachl ins Dasein rief. Wie der ritterliche Kaiser so gern jene künstlerischen Gebilde, zu denen er die Anregung gab, mit der Geschichte seines Hauses in Zusammenhang brachte (Theuerdank, Ehrenpforte. Genealogie u. s. w.), so zeigt auch die ganze Decoration des Wappen thurms von oben bis unten den unmittelbaren Hinweis auf die Machtverhältnisse und die gewalogischpolitiichen Beziehungen der habsburgischen Dynastie. Diese Aufgabe hatte der außerordentlich reiche heraldische Schmuck des Bauwerkes zu erfüllen. Als Maler der Wappenb lder ist der kaiserliche Hofmaler Jörg Kölderer in Innsbruck nachgewiesen. Dessen B ldnis prangte e nst ober dem ersten Fenster über dem Tbore In
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 15. Dezember 1896, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6108-neujahrs-ehrung-des-wappenthurms-in-innsbruck-mit-bild-und-schrift-1896).

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