Seite 3 M. 290 Zeit nach dem Brande wieder ein Gespräch der Eyeleure Pirchncr belauschte, wobei sie hörte, wie der Mann zu seiner Frau sagte: „ Gelt, jetzt habe ich Dich aus dem Hause gebracht. " Diese Aeußerungen erweckten den Verdacht, dass Christoph Pirchner sowohl den Brand am 9. Nov. 1894 als auch jenen am 11 October 1896 gelegt habe, weshalb am 21. October ferne Verhaftung erfolgte Nach anfänglichem Leugnen gestand er beim Anblicke der Arreste des Bezirksgerichtes Silz weinend dem Postenführer Recheis, den Brand am 9 Nov. 1894 gelegt zu haben. In den weiteren Verhören gab Pirchner an. er sei auf seine Frvu eifersüchtig gewesen, weil sie zur Nachtzeit das Haus öfter verließ und er sie im Verdachte hatte, dass sie mit Simon Wegleiter ein unerlaubtes Verhältnis unterhalte. Um den daraus entstandenen häuslichen Unfrieden zu beseitigtn, habe er die Wohnung gekündet, allein seine Frau habe erklärt, diese Wohnung nicht zu verlassen. Um nun seine Frau hiezu zu zwingen, habe er beschlossen, das Haus anzuzünden. Am 9. November 1894 gegen 6 Uhr früh, bekennt P. rchner weiter, habe er sich in den Stadel des S. Wegleiter. zu welchem man direct aus seiner Wohnung gelangte, begeben und da er wahrgenommen hatte, dass Wegleiter sein Vieh bereits gefüttert, sei er über eine Treppe auf die Diele, wo das Stroh untergebracht war, gestiegen, dort habe er ein Zündhölzchen entzündet und mit demseloen das Stroh angezündet, welches sofort brannte. Er fei dann in seine Wohnung zurück gekehrt, wo er alsbald Feuerlärm hörte, infolge dessen auch seine grau aufwachte, mit deren Hllfe er einen Theil feiner Habseligkei ' en rettete, aber immerhin noch selbst einen Schaden von 2 — 300 Gulden erlitten habe. Hinsichtlich des Brandes vom 11. Oc. ober 1896 konnten aus der Untersuchung keine Anhaltspunkte gefunden werden, die auf Pirchner, der dieje Brandlegung in Abrede stellt, als den Thäter Hinweisen würden, weshalb sich derselbe nur wegen des Brandes am 9 Nov. 1894 vor den Geschwornen zu verantworten hat. Diese Ucbelthat gesteht Pirchner vollständig, weshalb die Geschwornen ( Obmann Herr Roman Mößl, Buchbindermeister hier) ihn auch einstimmig des Verbrechens der Brandlegung schuldig sprechen, verneinen aber mit 10 Stimmen den Erschwerungsumstand eines erheblichen Schadens für die Betroffenen. Auf Grund dieses Verdwtes und unter Anwendung des Milderungsparagraphen 338 St. - P. - O. wird Pirchner zu acht Jahren schweren und verschärften Kerkers verurtheilt.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. Dezember 1896, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6109-schuldig-gesprochener-brandlegung-verurtheilung-zu-acht-jahren-1896).
„ Echtes Wiener Blut ", Marsch von Komzak. (Ein großer Walbbrand) kam gestern mittags gegen halb 1 Uhr unten am Hechenberg, jenseits der Kranebitterklamm zum Ausbruch. Bei der herrschenden Trockenheit — seit vollen 3 Woc …
Finanzrath Dr. v. Eccher übernommen. Vor denGeschwornen erscheint: Philomena Mair, geb. Kasser, 40 Jahre alt, aus ^ üseu bei Brixen, zuständig nach Hötting, Arbeitersgattin in Schönruh bei Amras, unter der Anklage der Br …
vertrat undDr. Pesendorfer die Vertheidigung führte. Des genannten schweren Verbrechens angeklagt, erscheint Johann Pircher, 16 Jahre alt, Tischlerlehrjunge aus St. Nikolaus hier. Die Anklage geht dahin: 1. Pircher habe …
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.