Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
RADFAHREN WAR KEIN SPASS

Kollision mit dem Fahrrad in der Taborstraße – Angeklagter Radfahrer vor dem Richter

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 17. Juli 1897 · Seite 18 · #Fahrräder
Jahrhunderts. Aus aller Welt. (Ein Richter über das Fahrrad.) Der Strafrichter des zweiten Bezirkes in Wien, Adjunkt Dr. Fischböck, äußerte sich über das Fahrrad und dessen Anwendung in nachstehender bemerkenswerter Weise: „ DasFahrrad ist ein äußerst gefährliches Vehikel, welches die dem Publicum in einer Großstadt ohnehin durch die Verkehrsmittel drohenden Gefahren um eine neue überaus große Gefahr vermehrt hat. Derjenige, welcher das Fahrrad, welches gewiss nicht ausschließlich dem Sport dient, benützt, muss mit der Führung dieses Verkehrsmittels vollkommen vertraut sein. Wenn daher ein ungeübter Radfahrer auf belebter Straße fährt, so gefährdet er hiedurch schon die körperliche Sicherheit. " Ein solch ungeübter Radfahrer stand nämlich in der Person des Handelsakademikers Herrfeld vor dem Richter unter Anklage der Uebertretung gegen die körperliche Sicherheit. Es lag ihm zur Last, dass er in der Taborstraße die Private Maria Straße mit dem Rade niedergestoßen hatte. Der Angeklagte gab an, langsam gefahren zu sein und das Glockensignal gegeben zu haben; die Uebersahrene sei ihm von rückwärts ins Rad gekommen. Ueber Befragen des staatsanwaltschaftlichen Functionärs musste der Radfahrer zugeben, dass er im Fahren noch nicht so geübt sei, um enen mll um eine
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. Juli 1897, S. 18, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6188-kollision-mit-dem-fahrrad-in-der-taborstrasse-angeklagter-radfahrer-1897).

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