befürworten. Wilten hat nun über 11. 000 Einwohner, und die Zahl der Schulkinder beläuft sich auf 1000; die nächste Nachbarschaft der Landeshauptstadt macht ihren Einfluss auf Theuerung der Wohnnungsverhältniffe und Lebensmittel empfindlich geltend. Als man nun vor Jahren bei der Ausarbeitung des Landesschulgesetzes für Tirol verschiedene Gehaltsclassen für die Lehrer des Landes aufstellte, ließ man sich im großen und ganzen doch sichtlich von dem Grundsätze leiten, dass Orte mit großer Einwohnerzahl ( und großer Schulkinderzahl) und hohen Lcbensmittelpreisen in eine höhere Gehaltsclasse einzureihen sind. Damals scheint man auf Wilten nicht gedacht zu haben; denn während doch so viele weitaus kleinere Orte mit viel günstigeren Theuerungsverhältnisfen (wie Hall, Schwaz, Kitzbühel, Imst) die erste Gehaltsclasse erreicht haben, steht Wilten in der zweiten, und der vom Gesetze bestimmte Lehrergehalt beträgt 575 fl. jährlich. Da wäre es doch ernstlich an der Zeit den entsprechenden Z 54 des Landesgesetzes den Verhältnissen angemessen umzugestalten. Wer die Lebensbedingungen hier in Wilten kennt und die Anforderungen, welche hier an eine Lehrperson gestellt werden, der wird gewiss diese Bitte der Wiltener Lehrerschaft nicht unbescheiden, sondern selbstverständlich finden. Es ist doch gewiss nicht billig, deswegen, weil Wilten noch als „ Dorf" figuriert, den Lehrern diese schon einmal zurückgewiesene Bitte noch einmal abzuschlagen und sie einfach nach 40 jähriger treuer Dienstleistung dem Hunger preiszugeben. Mit 500 fl. Pension kann ein Lehrer in Wilten nicht leben, nnd er wäre gezwungen, mit seiner Familie hinaus in ein abgelegenes Dörfchen zu ziehen, damit er mit seiner kärglichen Pension als „ Dorfschullehrer von Willen " sein Auskommen finden könnte. Die Frage der Pensionierung einer Lehrperson ist gerade in Wilten acut geworden, und der Landtag wird gewiss der vorgebrachten Bitte willfahren; denn es liegt ja in seinen Plänen, die Härten des Gesetzes zu mildern und künftig den Lehrern ein halbwegs annehmbares Dasein nach treuer Erfüllung ihrer schweren Berufspflichten zu bieten. Andernfalls wäre es für diese einfach unmöglich, in Wilten in den wohlverdienten Ruhestand treten zu können. Hoffentlich wird der Landtag in richtiger Würdigung der bestehenden Verhältnisse der Petiton der Wiltener Lehrerschaft diesmal wohlwollend entgegenkommen und ihr solche Bezüge zuerkenne, welche ihr nach Recht und Gerechtigkeit gebühren.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. April 1899, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6411-wiltener-lehrerschaft-bittet-um-angemessene-pensionierung-im-1899).
(Mädchenlyceum und Pensionat.) Am 10. April wird in der Villa Blanca hier eine neue Erziehungsanstalt für Mädchen eröffnet. Der Lehrplan ist nach dem uns vorliegenden Prospect der eines Mädchenlyceums und umfasst die bei …
Aus Stadl und Land. (Die Gemeinderaths - Ergänzungsw ah len) fanden Samstag durch die Wahl des ersten Wahlkörpers ihren Abschluss und brachten einen vollständigen Sieg der fortschrittlich gesinnten Wählerschaft über die …
Die Lunge eines Neugeborenen ist rostnroth und vollkommen staubfrei; von dem Momente der Athmung durch die Lungen beginnt aber die Ablagerung von Staub in dieselben, die in der Regel, überwiegend aus Kieselsäure, dem Hau …
Eine Volksküchenfiliale Es ist eine feststehende Thatsache. dass unter den Wohlfahrtseinrichtungen für unbemittelte Bevölkerungslheile der Städte Volksküchen, Wärmestuben, verbunden mit Thce und Suppenanstalten, einen he …
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.