Samstag den 7. April 1900. „Innsbrucker Mchrichterr Nr. 80. Seite 3. HU sichern. Es sind zunächst schon die Kosten der Herstellung weit über das ursprünglich angenommene Maß hinausgewachsen. Der Tiroler Gwerbeverein hatte nämlich anfänglich die Absicht, das von ihm zu diesem Zwecke erworbene Haus Nr. 14 in der Meinhardstraße zu adaptieren, welches sich vermöge seiner Lage nächst der zum Bahnhof und zu den großen Hotels führenden Straße speciett zur Aufnahme der permanenten Gewerbe- Ausstellung als vorzüglich geeignet erweist, da diese ihre Käufir zum größten Theil in dem Fremdenpublicum findet. Im Laufe der bezüglich einer zweckmäßigen Adaptierung angestellteu Studien ist aber sowohl der Gewerbeverem wie die Kammer zur Ueberzeugung gelangt, dass die Adaptierungslosten ungewöhnlich hohe Summen erfordern, ohne dass hiedurch di für das Institut nothwendige Anzahl von Räumlichkeiten gewonnen wordm wäre, welche auch hinsichtlich ihrer Größe und Beschaffenheit dem angestrebten Zwecke entsprochen Hütten. Man hat es daher namentlich mit Rücksicht aus den vielfach defekten Zustand von Böden, Thüreu, Oefen Mid Fenstern für zweckmäßig gehalten, sich für den Abbruch des Hauses Nr. 14 zu entschließen, um au Stelle desselben ein allen modernen Anforderungen entsprechendes neues Musealgebäude aufzubauen. Es war dieser Entschluss um so leichter zu fassen, weil die durch den Abbruch frei gewordene Bauarea von 400 Klafter eine vollkommen freie Entwicklung gestattet und ein Bauplatz von dieser Größe im Centrum der Stadt vielleicht noch me. r gekopet hätte. Nach den vorliegenden Plänen umfasst das Parterre einen größeren Raum ( H.), welcher zur Aufnahme der permanenten Ausstellung des Tiroler Gewerbevereins bestimmt ist. An diesen schließt sich alsdann zum Hauptgebäude eine Kapelle ( ll) an, in welcher die christliche Kunst einen entsprechenden Ausstellungsraum erhalten soll. In unmittelbarer Verbindung mit diesen beiden befindet sich eine mit Glas überdeckte Hatte ( 0), welche dern hiesigen Kunstvereine zur Veranstaltung zeitweiliger Kunstausstellungen überlassen würde. Angebaut au das Haupthaus befinden sich die Räume, welche für den Gewerbeförderungsdienst bestimmt sind. Dieselben bestehen vorläufig aus einem großen Arbeitssaale ( 0), in welchem die verschiedenen Fachcurse abgehalten werden sollen, einem Lesezimmer ( bi) beziehungsweise Auskunftsbureau mit den nvthwendigeu Kanzleien ( l?). Da ^ I. Stockwerk, welches durch Ausstellen verschiebbarer Wände je nach dem Erfordernis beliebige Einbauten erhalten kann, ist zunächst zur Aufnahme der kunstgewerblichen Sammlungen, sowie der Sammlungen des Handelsmujeums bestimmt. Dasselbe tnetti außerdem noch Lltaum genug, um daselbst zeitweilig Fachausstellungen, Ausstellungen von Lehrlmgsarbeiterr und dergleichen zu veranstalten. Im Bedarfsfälle kann dann über die in Parterrehöhe aufin dieser Zeit die meiste Nahrung darbietet.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 7. April 1900, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6582-neubau-des-musealgebaeudes-an-der-stelle-des-abgebrochenen-hauses-1900).
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