Ter Verwaltungsrath der Localbuhn Innsbruck - Hall hat an den Bürgermeister eine Zuschrift gerichtet, in der er sich gegen die vom GN. .Zösmay in der letzten Gemeinden aths - Sitzung ge ma üteu Vorwürfe verwahrt. Die Zuschrift besagt: „Nach den Berichten über die Sitzung des Gemeinderathes vom 24. November hat sich Herr Gemeinderath Zösmayr dahin ausgesprochen, dass durch de Art der Localba nschie; en sowohl Fuhrwerke als auch Passanten gefährdet seien und dass er es für angezeigt finde, den Betrieb der Localbahn einzustelltn, nachdem die Maschinen und die Betriebseinr. chtungen derselben den heutigen Verhältnissen nicht mehr entsprechen. Diese Uebelstande seien ein Scandal für Innsbruck. Der Verwaltungsrath der Localbahn legt nun Verwahrung dagegen ein. wenn Behauptungen ausgestellt werden, d e, wie er sagt, den Thatsachen nicht entsprechen, und wenn Ausdrücke gewä llt werden, wie sich solche in der Interpellation des Herrn GN. Zösmayr find n. In der Zuschrift des Verwaltungsrathes heißt es dann: Der Herr Gemeinderath erklärt zuerst, dass wir „ die Sicherheit der Fuhrwerke und der Passanten gefährden und man möge den Beirieb der Localbahn einstellen, nabdem unsere Einrichtungen den heutigen Verhältnissen mehr mehr entsprechen" Wenn Herr Zösmayr alle Unfälle, we che sich seit der Beiriebseröffnnng der Lokalbahn ereig et haben, registriert hätte, so würde er wahrheitsgemäß m 1 uns sagen müssen, dass wir glücklicherweise in dieten Jahren von jedem ernsthaften Unfälle verschont geblieben sind, ja noch mehr, dass sich noch kein einziger Unfall durch Verschulden der Localbahn ereignet ha ' und er kann nur mit uns wünschen, dass sich dieser Zustand nicht ändere. Wir laden den Herrn GN. Zösm yr ein, irgend eine Berliner Ze tung in die Hand zu nehmen und es wird kein Tag vorüber geien, ohne dass er nicht ein bis zwei Meißens se ' w schwere Unfälle findet, welche bei der Berliner elektrischen Straßenbahn Vorkommen Unseres Wissens ist es trotzdem noch keinem Berliner Gemeinderath eingefallen, die Einstellung des Betriebes aus Rücksichten für die Sicherheit der Passanten zu wünschen. Es ist auch, wie wir mit voller Ruhe behaupten können, noch niemand aus die Idee gekommen, das Fahren von Hotel - Omnibussen. Fiake n, sowie das Radfahren zn verbieten, trotzdem sich hiedurch gewiss Ziemlich viele Unfälle ereignen. Unsere Maschinen, überhaupt unsere Betriebseinrichtungen entsprechen nicht mehr den heutigen Verhältnissen, erklärt ferner Herr Zösmayr, es seien dieselben ein Scandal für Innsbruck. Wir wissen, dass Hr. Zösmayr in seinem Fache ganz Tüchtiges leistet, glauben jedoch, dass für uns das Unheil von Fachleuten maßgebend sein muss und da können wir ihm erzählen, dass sowohl die Einrichtungen, als auch die BeLriebssühruna der Localbahn das unbed ngte Lob finden. Wenn wir ferner mittheilen, dass sich die Frequenz nuferer Linie dieses Jahr wahrscheinlich auf eine Million Personen beziffern wird, so scheint doch auch das Publicum mit uns zufrieden zu sein.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 13. Dezember 1900, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6689-verwahrung-des-localbahn-verwaltungsrathes-gegen-1900).
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