Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
FEUCHTE ALTSTADT WIRD KANALISIERT

Canalisationsfrage im Anschluss an die Hochwasser im Innflusse

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 20. Juni 1901 · Seite 4
(Zur Canalisations - Frage.) Die in jüngster Zeit aufgetretenen Hochwasser im Jnnflusse haben in den demselben zunächst gelegenen Stadttheilen am Jnnrain und in der Altstadt durch Eindringen des aufgestauten Grundwassers in die Kellerräume und durch Austreten des Flusses in tiefer gelegene Theile der Herzog Friedrichstraße und Ueberfluten der anliegenden Straßentheile wesentliche und bemerkenswerte Uebelstände namentlich in gesundheitlicher Beziehung hervorgerufen. Abgesehen davon, dais die Besitzer der Häuser in den genannten Stadttheilen dadurch, dass die in den inundierten Kellerräumen aufbewahrten Gegenstände durch die Nässe gelitten haben, und der Verkehr in diesen Räumen außerordentlich erschwert, ja theilweise unmöglich gemacht wurde, wesentlichen materiellen Schaden erlitten haben, sind namentlich die sanitären Uebelstände, welche durch das auftretende Grundwasser hervorgerufen werden, äußerst bedenklich. Das auftretende Grundwasser bringt naturgemäß aus dem Untergründe allerlei dort aufgestappelte gesundheitsschädliche Stoffe mit sich, welche bei sinkendem Grundwasser in den Kellerräumen zurückgehalten werden, liegen bleiben und außer der zurückbleibenden Feuchtigkeit in den Mauern und anderen Gebäudetheilen namentlich zur Verschlimmerung der gesundheitlichen Verhältnisse wesentlich beizutragen in der Lage sind. Durch eine rationell angelegte Canalisierung jedoch wird allen diesen Uebelständen vollständig abgeholfen. Nicht nur dass der Grundwasser - Spiegel durch die Tiefcanäle überhaupt abgesenkt wird, wird auch das Ln den Kellern auftretende Grundwasser sogleich in unschädlicher Weise nach den Tiefcanälen abgeführt und ist ein Ueberfluten durch aus den Canälen austretendes Stauwasser, wie es gegenwärtig in der Herzog Friedrichstraße der Fall ist, vollkommen ausgeschlossen. Es ist daher wohl nicht recht zu begreifen, warum gerade einzelne Besitzer von Häusern in der Altstadt und am Jnnrain, welche jahraus jahrein durch die schlechten Grundwasserverhältnisse viel zu leiden haben, gegen die Herstellung einer rationellen Canalisierung Stellung nehmen. Es ist wohl zu hoffen, dass sich dieselben auf Grund der Erfahrungen der letzten Zeit, sich für die eheste
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. Juni 1901, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6803-canalisationsfrage-im-anschluss-an-die-hochwasser-im-innflusse-1901).

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