Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ETRUSKER IM TIROLER BLOODLINE

Zur ethnographischen Zugehörigkeit der Etrusker und ihrer Sprachverwandtschaft mit kaukasischen Völkern

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 12. September 1901 · Seite 12
Seite 9. Zur tirol. Ethnographie, Alterthumskunde u. Namenforschung. Seit einer Reihe von Jahren hat Herr Professor Dr. F. Stolz im „ Boten für Tirol und Vorarlberg " in verschiedenen Artikeln die Fortschritte unseres Wissens auf den in der Überschrift bezeichneten Gebieten verfolgt und zur Kenntnis eines größeren Leserkreises gebracht. Unstreitig viel besser kann dieser Zweck erreicht werden, wenn auch dem Leser der „ Innsbrucker Nachrichten " diese Artikel zugänglich gemacht werden, und demnach bringen wir den unter obigem Titel in der Extrabeilage zum „Bote für Tirol und Vorarlberg " Nr. 203 erschienenen Aufsatz auch hier zum Abdruck. „Dass die Etrusker zu den Stammvätern wenigstens eines Theiles der heutigen Tiroler gehören, ist nach allen durch historische Ueberlieferung und durch Thatsachen der Fundgeschichte erbrachten Nachweisen über jeden Zweifel erhaben. Zugleich ist es aber eine nicht abzuleugnende Thatsache, dass die ethnographische Zugehörigkeit des Volkes der Etrusker auch heute noch nicht sicher ausfindig gemacht ist. Das einzige Mittel hiezu, das freilich nicht untrüglich ist, gibt uns dieDeutungder etruskischen Sprache an die Hand. Und in dieser Hinsicht lässt sich eine kleine Schrift des dänischen Sprachforschers Wilh. Thomsen namhaft machen, die den Titel führt: „RsmarHULü 8ur ia parsnts äs la lanHiis Dtrus- Hus " ( Lxtrait äu dullstiu äs l ' ^ eaäsmis ro ^ als äs8 8616118663 et äs8 IsttrsZ äs Dänemark 1899 Nr. 4). *) Nach den Ausführungen Thomsens muss zugegeben werden, dass die Möglichkeit einer näheren Verwandtschaft des Etruskischen mit einheimischen kaukasischen Sprachen d. i. den Sprachen der in den Gebirgsländern des Kaukasus wohnhaften Völker in ansprechender Weise dargethan ist. Allerdings muss auch hervorgehoben werden, dass bereits früher der in meinen Berichten und Arbeiten öfter genannte Etruskologe C. Pauli in seinem Buche Altitalische Forschungen II 2, 146 ff. die Wahrscheinlichkeit der Verwandtschaft der etruskischen Sprache mit den südkaukasischen behauptet hat. Es ist leicht abzusehen, dass die Verwandtschaft der etruskischen Sprache mit denen des Kaukasus mit *) Ich verdanke den Besitz des Sonderabdruckes, auf dessen Inhalt ich durch den Bericht über den im October 1899 zu Rom abgehaltenen Orientalistencongress ( Indogermanische Forschungen. Anzeiger XI ( 1900) S. 128) aufmerksam gemacht worden war, der besonderen Güte des Herrn Verfassers. Sicherheit auf die Herkunft des etruskischen Volkes aus Asien schließen lässt.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 12. September 1901, S. 12, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6835-zur-ethnographischen-zugehoerigkeit-der-etrusker-und-ihrer-1901).

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