Cornilleau ( Decauville) 8: 57, PriviMckgramme der „ Innsbrucker Nachrichten ". Wien, 29. Juni. Als Erster traf in Wien ein Nr. 147 Marcel Renault um 2 Uhr 18 Mm. nachmittags, als Zweiter Nr. 26 Graf Zborowsky um 2 Uhr 42 Min.; als Dritter Nr. 6 Maurice Farman um 2 Uhr 57 Min.; als Vierter Nr. 35, Baras um 3 Uhr 01 Min.; als Siebenter Nr. 27, Baron de Forest, welcher ein n Maschinendefect erlitten und von einer Maschine " des Comitös durchs Ziel gezogen werden musste; Her wurde daher disqualificiert. Bis 4 Uhr 30 Minuten nachmittags waren 25, bis halb 9 Uhr abends 60 Rennfahrer eingetroffen. Vom letzten Theile der Fahrt wurden keine Unfälle gemeldet. Die Classificierung erfolgt heute. Nach der bisherigen Berechnung ist Graf Zborowski der Gewinner des ersten Preises. Die ersten Einfahrenden wurden jubelnd empfangen. Abends fand ein Festbankett statt. Resereaux brachte einen Toast auf den Kaiser Franz Josef und der Präsident des österreichischen Automobilclubs, Graf Pötting, auf den Präsidenten der französischen Republik, Loubet, aus. Stadtrath Wesselsky begrüßte die Gäste namens der Stadt Wien. Prinz Ratibor trank auf das Wohl der Stadt Wien. Die Stimmung war sehr animiert. Salzburg, 29. Juni. Edge erhält den Gordon Bennett Becher nicht. Edge fuhr bei Bregenz in einen Fluss und ließ den Wagen durch vierzig Leute wieder auf die Straße bringen. Die Präpositionen verlangen die Bewegung des Fahrzeuges nur durch an Bord befindliche Mittel, daher bleibt das diesjährige Rennen um den Bennett - Preis unentschieden. GnigL ( bei Salzburg). Die Automobilfahrer Henri Farman, Edmoud, Zborowski, Pinsou, Teste, Baron de Forest, Maurice Farman, Marcelin, Crawhez und Berteaux starteten als erste. Frankenmarkt. Das Automobil Nr. 85 Weigel unterbrach die Fahrt infolge Anfahrens an die Bahneinfriedung. St. Pölten. Das Automobil Nr. 189 Ri viere stürzte bei Pvttenbrunn. Der Fahrer mußte gelabt werden und konnte dann die Fahrt langsam fortsetzeu. St. Pölten. Das Automobil Nr. 97 Oury ist bei Prinzersdorf verunglückt. Der Fahrer erlitt einen Schulterbrnch; auch in Amstetten erlitt ein Fahrer Verletzungen beim Sturz seines Das Automobilrennen brachte also drei große Ueberraschungen: Anfang war de Knyff allen vornan. Etwa 25 Kilometer vor Innsbruck brach cm seiner Panhard - Maschine das Differential- Getriebe, welche die letzte Kraftübertragung aus das Rad vornimmt: der Motor ist intact, er wirkt mit voller Kraft, aber die Räder des Fahrzeuges ruhen, da diese Kraft beim Außerdiensttreten des Differential- Getriebes, nicht auf sie wirken kann. Der Motor macht leere Arbeit. Knyff war also geschlagen. Henry Farman war dann der erste In Salzburg kam als erster Baron Forest auf einem deutschen Mercedeswagen an. Der Sieg Forests hat ihn in die vorderste Reihe der Fahrer gestellt, allein sein Erfolg wäre erst dann ein endgiltiger gewesen, wenn er auch Ln Wien mit einem erheblichen Vorsprung als erster angelangt wäre. Das war aber nicht der Fall. In Wien langte als erster Marcel Renault auf seiner leichten 644 Kilogramm wiegenden Renaultmaschine an, womit natürlich noch nicht gesagt ist, dass er auch der Sieger ist. Das wird sich erst aus der Vergleichung der Gesammtleistung der Wettbewerber ergeben. Aus Salzburg wird noch gemeldet: Das ganze Rennen ist hinfällig, wenn sich das Gerücht bewahrheitet, dass alle Fahrer in neutralisierten Stationen ihre Maschinen mit Wasser und Oel versorgten, was dein Rennreglement widerstreitet. In diesem Falle müsste die Mehrzahl der Teilnehmer disqualificiert werden bis auf wenige Fahrer, welche vqrschriftsmäßig vorgiengen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 30. Juni 1902, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7017-eintreffen-der-ersten-rennfahrer-in-wien-marcel-renault-und-graf-1902).
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