(Schließung der städt. Volksküche.) Eines der für unbemittelte Bevölkerungskreise der Landeshauptstadt in wohltätigster Weise wirkenden Wohlfahrtsinstitute, die von Damen der Stadt geleitete Volksküche in der Herrengasse wird am nächsten Samstag ( 25. d. M.), auf die Dauer des ganzen Monates August geschlossen werden. Wie wir erfahren, hat sich der Volksküchenausschuß zu diesem Entschlüsse in Anbetracht der Zustände des Volksküchengebäudes und der nahezu gänzlichen Unbrauchbarkeit des Kochherdes veranlaßt gesehen. Es mag fürwahr dem Ausschüsse nicht leicht geworden sein, die Schließung dieser wohltätig wirkenden Anstalt zu verfügen. Es waren aber Gründe genug vorhanden, die diesen Schritt zur zwingenden Notwendigkeit machten. Nach Wiedereröffnung der Anstalt, am 1. September, wird das Verbleiben daselbst nur mehr von kurzer Dauer sein, da man hofft, bis anfangs November d. I. mit dem vom Gemeinderate beschlossenen Aufbau der Schlacht- Halle, in welchem die Volksküche ein neues Heim erhalten wird, fertig zu werden. Das jetzige Volks küchengeb Lude wird sodann nach entspre- Mühe dem Schuldgesängnis entging und 1852 sogar infolge finanzieller Nöten eine Zuflucht in Belgien suchen mußte. Darum war er auch nickfl gut auf die Gerichtsboten zu sprechen. Als man ihm eines Tages erzählt ', daß ein Gerichtsbote, mit dem er sehr viel zu tun gehabt, gestorben sei und man wisse nichh wovon man ihn begraben lassen solle, erwiderte der große Romanciers: „ Wie viel kostet das Begräbnis? " „40 Franken ", sagt man darauf. „ Hier sind 80 Franken ", sagte Dumas, „ dafür können Sie gleich zwei solcher verdammten Kerls begraben lassen. " W Eine andere Anekdote zeigt, wie rasch und leicht er namhafte Summen verdiente. Eines Morgens lag er noch behaglich im Bett, als ein Gerichtsbote bei ihm erschien, um ihn wegen einer Schuld von 1000 Franken zu verhaften. „O ", erwiderte der Schriftsteller, „ das paßt mir schleckst, denn ich wollte heute abend ein Souper geben ". „ Wenn Sie Geld zum Souper haben, können Sie auch bezahlen ", erwiderte der Bote. „Das Geld habe ich eben nicht. " — „ Woher wollen Sie es denn nehmen? " — „ Das weiß ich noch nicht. " Dumas überlegte, was zu tun sei., Kommen Sie mit mir zu meinem Verleger ", forderte er den Boten auf, zog sich an und ging mit ihm hin. Aus seine Frage, ob er 1000 Franken haben könne, erwiderte ihm der Verleger: „ Haben Sie Manuskript? " — >,Nein ". — - „ Dann bedauere. Sie lvissen, wie hoch sie in meinen Büchern stehen, Herr Dumas — wenn Sie mir Manuskript bringen, so will ich es Ihnen mit Gold auswiegen ". Seufzend chender innerer Umgestaltung als Asyl für Obdachlose Verwendung finden, bis dem bescheidenen Bau überhaupt das
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 23. Juli 1903, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7284-schliessung-der-volkskueche-in-der-herrengasse-bis-anfang-september-1903).
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