(Ba uarbeiter - Vers ammlung.) Gestern abend fand. im Gasthausgarten beim „Adambräu " eine freie Versammlung der vereinigten Arbeiter des Baugewerbes statt, bei welcher Mißstände in der Gehilfen - Krankenkassa und insbesondere das Akkordsystem bei Bauten zur Besprechung kamen. Der Sihankgarten war zu zwei Dritteln von den Teilnehmern besetzt, die Mehrzahl derselben waren Italiener. Die Verhandlungen wurden denn auch zweisprachig geführt, ein Kollege der Italiener übersetzte die Referate der einzelnen Redner jedesmal ins Italienische. Der Einberufer Brantner eröffnete die Versammlung und begrüßte u. a Gewerbe - Oberinspektor Rziha, der mit dem Assistenten Pollak an den Verhandlungen teilnahm. Auch der Obmann der Bauarbeiter - Krankenkassa, Baumeister Fritz, war bei der Versammlung anwesend. Gehilfenobmann Schneidermayer hatte das Referat über die drei Punkte umfassende Tagesordnung übernommen. Der erste betraf die Erbeiter - Entlassungen wegen Arbeitsmangel und die Überstundenarbeit bei den Bau -, bezw. Maurermeistern Retter und Hupsauf. Referent führte aus, daß bei den Neubauten Retters in der Liebeneggstraße und am Handelsakademie - Gebäude kürzlich 36 Arbeiter angeblich wegen Arbeitsmangel entlassen worden seien. Bei denselben Bauten würden auch Überstunden und Akkordarbeiten gemacht. Redner erblickte den Grund der Arbeiteventlassungen in der Überstundenarbeit und im Akkordsystem, de ren Abschaffung man anstreben müsse. Auch bei Maurermeister Hupfauf in Hötting seien dies: Übelstände im Schwünge. Referent machte dann aufmerksam, daß nach den Gewerbevorschriften bei Bauten die Bauordnung nicht bloß angc schlagen, sondern auch verlautbart wevden müsse was vom Gewerbe - Oberinspektor Rziha ebenso bestätigt wurde, wie die Interpellation, daß die gesetzliche Arbeitszeit 11 Stunden betrage, wenn nicht besondere Vereinbarungen vorliegen. Der Referent brachte dann ein Schreiben der Baugenossenschaft zur Verlesung, in welchem der Standpunkt des Baumeisters Retter in der Angelegenheit nieder gelegt war. Kontrollor Bader betonte demgegenüber, Retter wolle sich nur reinwaschen, er solle keine Akkordarbeiten vergeben, dann brauche er keine Arbeiter zu entlassen. Auch der Vorsitzende Branter wandte sich mit eindringlichen Worten gegen die Akkordarbeit, welche insbesondere gerne von den deutschen Maurern unter unlauteren Bedingungen übernommen werde.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. August 1904, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7537-versammlung-der-baugewerbe-arbeiter-zum-akkordsystem-und-1904).
(Die städtische Volksküche.) Von dem Zeitpunkte der Übersiedlung der Innsbrucker Volksküche aus dem alten, kleinen Gebäude in der Herrengasse in die Ränme über der Schlachts anshalle ist ein neuer erfreulicher Aufschwung …
(Zur Errichtung des städt. Arbeitsamtes in Innsbruck.) Die Ausschüsse von 24 Arbeiterorganisationen am hiesigen Orte traten am 2. d. M. zu einer außerordentlich starkbesuchten Tagung zusammen. Der Zweck derselben war die …
(Hütkinder.) Wie man uns ' aus Landeck schreibt, werden Donnerstag den 17. d. M. wieder die sogen. Schwabenkinder nach ' Bayern^ Württemberg und Baden zur Sommerarbeit abgeliefert. Den Transport besorgt der Hütkindervere …
(Ein seltenes Dienstjubiläum.) Dem „Fremdenblatt " wird ans Innsbruck geschrieben: In voller Rüstigkeit und Geistesfrische, noch aktiv und amtstätig, obwohl ein angehender Achtziger, feiert am 23. d. Mts. der Türhüter in …
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