( N. Fr. Pr.) Etwas über die Hundekrankheitett, die auf den Menschen übertragbar sind. Von Richard Strohschneider Stadt - Tierarzt in Innsbruck. In einer so hundereichen Stadt wie Innsbruck dürste die Behandlung dieses Gegenstandes gewiß am Platze sein, und Manchem willkommene Aufklärungen bringen. Die gefährlichste Krankheit der Hunde ist jedenfalls die Tollwut. Aber über keine Tierkrankheit sind so abenteuerliche Ansichten in Laienkreisen verbreitet, wie gerade über die Hmrdswut. Nach der Volksmeinung lausen wütende Hunde mit eingezogenem Schweis immer schnurgerade ihres Weges. Ihre Augen sind stark gerötet und es fließt ihnen Geifer und weißer Schaum aus dem Maule, namentlich aber haben sie eine große Scheu vor jeglichem Wasser. Diese Ansicht ist ganz falsch. Wutkranke Hunde saufen oft begierig Wasser; auch durchschwimmen sie ohne Bedenken Bäche und Flüsse. Was aber die eigentlichen Erscheinungen der Hundswut betrifft, so könne diese sehr gering sein, so insbesondere bei der sogenannten „stillen Wut ". Der Hund zeigt nichts weiter, als ein geändertes Benehmen; er ist in verdrießlicher Stimmung, nervös und verkriecht sich gern. Andere Hunde sind im ersten Stadium der Hundswut dagegen oft sogar auffallend freundlich und zutraulich. Sehr bedenklich ist das Auftreten einer eigentümlichen Geschmacksveränderung. Die Hunde verschmähen ihr gewöhnliches Futter, fressen Stroh, Erde, benagen Holz, Decken und zupfen an den Teppichen. Dabei sind sie stark verstopft und zeigen zuweilen leichte Schlingkrämpfe. Tritt nun plötzlich! eine Lähmung des Unterkiefers ein, so ist das Vorhandensein der „ stillen Hundswut" so gut wie sichergestellt. Bei der „ rasenden Wut " befällt die Hunde zuerst ein unwiderstehlicher Drang Zum Entweichen, dann stellt sich eine verschiedengradige Beißsucht ein. Manche Hunde schnappen nur gelegentlich, andere beißen in sinnloser Wut in alles, was ihnen in den Weg kömmt. Sie beißen selbst in vorgehaltene Eisen stau gen, und zwar mit solcher Gewalt, daß ihnen die Zähne absplittern, oder in glühende K ' ohlenstücke; ihren eigenen Herrn fallen sie auch an allerdings meist nur nach vorhergegangener Bestrafung. An vereinzelten Fällen ist es jedoch vorgewm men, daß gutdressierte, wutkranke Hunde den Befehle » ihres Herr » bis zum Augenblick ihr« Todes getreulich » achkamen. Über die Ursachen der Wut sind wir heute noch rm Unklaren. Das. Volk glaubt immer noch an ern Entstehen der HundSwut durch ungefüllten Geschlechtstrieb, oder durch längeres Hungern oder Durstleiden. Auch dies ist falsch. Die Hundswut entsteht und wird weiter verbreitet immer nur durch den Biß eines bereits wütenden
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 13. August 1904, S. 19, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7539-aufklaerung-ueber-die-tollwut-bei-hunden-und-ihre-gefahr-fuer-den-1904).
(Die städtische Volksküche.) Von dem Zeitpunkte der Übersiedlung der Innsbrucker Volksküche aus dem alten, kleinen Gebäude in der Herrengasse in die Ränme über der Schlachts anshalle ist ein neuer erfreulicher Aufschwung …
(Zur Errichtung des städt. Arbeitsamtes in Innsbruck.) Die Ausschüsse von 24 Arbeiterorganisationen am hiesigen Orte traten am 2. d. M. zu einer außerordentlich starkbesuchten Tagung zusammen. Der Zweck derselben war die …
(Hütkinder.) Wie man uns ' aus Landeck schreibt, werden Donnerstag den 17. d. M. wieder die sogen. Schwabenkinder nach ' Bayern^ Württemberg und Baden zur Sommerarbeit abgeliefert. Den Transport besorgt der Hütkindervere …
(Ein seltenes Dienstjubiläum.) Dem „Fremdenblatt " wird ans Innsbruck geschrieben: In voller Rüstigkeit und Geistesfrische, noch aktiv und amtstätig, obwohl ein angehender Achtziger, feiert am 23. d. Mts. der Türhüter in …
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.