von der Zuschauermenge neue Teilnehmer los, sodaß sich bald ein schier endloser Zuq durch die Straßen bewegte. Man schätzt die Zahl der Teilnehmer am Zuge aus 400o, die Znpu,auermeuge ist wohl kaum berechenbar. Der Trauerzug bewegte sich vom östlichen Eingänge des Friedhofes weg durch die Alleen zum Jnnrain. Hinter dem Sargwagen schritt der Bruder des Verstorbenen und die übrigen Verwandten, dann folgten Bürgermeister Wilhelm Gr eil und erster Vizebürgermeister Dr. Wen in mit dem Genu iude rate. Darm folgten das Präsidium mit den Mitgliedern der Handelskammer, der Rektor Prof. Dr. Haider, die Dekane der drei roeltlichen Fakultäten und andere Mitglieder des Senates, sowie eine große Anzahl von Universität - Professoren, die sarbentragende Studentenschaft, alle Burschenschaften, Verbindungen und Korps, der Akad. Gesangverein, der Akad. Alpeuklub, die Finkenschaft, kath. Verbindungen in Kouleur, der Akad. Sängerbund, die Gesangvereine: Liedertafel, Deutscher Mannergesangverein, WUtener Männergesangverein, Akad. Gesangverein, Eisenbahn - Sängerklub, die drei ersteren mit umflorten Fahnen, Vertreter von Vereinen, der Tiroler Künstlerbund n. a., der Innsbrucker Turnverein, der Deutsche Turnverein und der Turnverein „ Jahn ", alle mit umflorten Fahnen; Turner von Hall, Schwaz und Kitzbühel, welche ebenfalls Kränze im Zuge mittrugen, hatten sich bei den Turnvereinen eingereiht. Von Kufstein waren über 150 Vertreter zur Leichenfeier erschienen; auch die Mittelschüler ( Gymnasium, Realschule, Handelsakademie) nahmen in Viererreihen an der Feier teil. Den Schluß des Zuges bildeten eine unabsehbare Zahl von anderen Teilnehmern und eine Gruppe von Frauen und Kindern, welche in rührender Teilnahme frische Blumen trugen. Bei der Einsegnung an der Johanneskirche sangen die vereinigten Gesangvereine unter Toni Fischers Leitung den Trauerchor Storchs: „ Über den Sternen wird es klar! " Dann bewegte sich der Zug weiter durch die Bürgers raße, Anichstraße, .taiser Josefstraße und Speckbacherstraße zum Friedhof zurück. Am Grabe nahm Stadtpfarrkooperator Spörr nochmals die Einsegnung vor. Als der Metallsarg in die Gruft gelassen wurde, senkten sich die Fahnen und Schläger. Dann trat Bürgermeister Greil vor und hielt folgende Rede: „August Pezzey! Wir alle, ja die gesamte Bewohnerschaft der kerndeutschen Stadt Innsbruck weinen und trauern an Deinem Grabe. Ein herrlich schöner Tod war Dir beschieden auf dem Felde der Ehre für das deutsche Volk. Tn warst stets ein freier deutscher Mann durch und durch Im Kanrpfe gegen freche welsche Getoalttaten hast Tn Dein Leben ausgehaucht als Märtyrer für die deutsche Sache, aber nicht nur Tein junges, blühendes Leben, auch Dein großes Talent und Tein gewaltiges künstlerisches Genie hast Tn in Begeisterung hingeopfert ans dem Altäre des deutschen Kolkes. Wir danken Dir dafür und segnen Tein Andenken. Deine Ruhestätte werden wir in Ehren halten wie eine der größten Männer des deutschen Volkes. Lebe wohl und ruhe sanft! " Weihevoll und gewaltig erscholl hierauf der Chor „ Deutscher Volksruf " von Naaff - Reiter über die geweihte Stätte, ein unabweisliches Malmen an die deutsche Einigkeit, und fast wie ein Flehen in dieser prüfungsvollen Zeit erklang es: „ Hör uns gütig, Herr und Gott, tuend hinfort schwere Not und Spott, mit gerechter, starker Hand, ab von allem deutschen Land! Hierauf hielt an der Gruft Abg. Dr. Schalk folgende Rede: „So hat denn dies junge, heiliger Kunst, der Wahrheit und Schönheit geweihte Leben, das aus so tragische Weise endete, seine Weihe empfangen. Du bist Blutzeuge geworden des ernsten und unbeugsamen Willens der Nation, das deutsche Land Tiro! auch deutsch zu erhalten. Aus Deinem Blute sprießt die Wunderblume deutscher Einigkeit; denn einig sind die Deutschen und müssen es sein in der Abwehr des von der deutschfeindlichen Regierungsgewalt geführten Streiches. Einig hast Du die Deutschen gemacht und auch in anderen Schlachten wird Tein Blut nationale Zusammengehörigkeit kitten helfen, denn die Deutschen werden in diesem Staate verfolgt von allen Gewalten. Dein Auge ist gebrochen, Tein lebensfroher Mund ist verstummt für immer, aber Deine Leiche erhebt laute Anklage: Soldaten, die
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 7. November 1904, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7606-trauerzug-fuer-august-pezzey-durch-innsbruck-mit-hundertfaeltiger-1904).
Ln noch vereinterem (Aus der guten alten Zeit.) Von befreundeter Hand wurde uns folgender Speisezettel einer Hochzeitstafel mitgeteilt, wie solche im Hause des Bräutigams, Herrn Fr. Sch, — eines sehr angesehenen Bürgers …
(Ein eigentümlicher Markt) hat am Montag den 18. d. Mts. in Ueberbrunn stattgesunden. Es waren die bedeutendsten Händler des Leukentales und der Nachbarschaft zum „Georgi - Markt " erschienen, auch eine stattliche Anzahl …
Mue blubende Banane im Hofgarten. Nahe dem Westeingange des hiesigen Hofgarlens blüht gegenwärtig eine Banane, welche ob Mes eigenartigen Aussehens immer wieder neue Beobachter anzieht. Vielleicht hat es für manchen Lese …
Maler Pezzey f. Auf einem Militärstrohsack liegt in dev von zwei kleinen Lampen halb erleuchteten Wachstube des Stationskommandogebäudes der Tote. Hemdkragen und Weste sind geöffnet, auf der Brust liegt lose das blutdurc …
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