Seite 88. Abg. Dr. v. Grabmayr über das Verhältnis zwischen Österreich und Ungarn. Die große Debatte des Abgeordnetenhauses über den Antrag Derschatta, die von dem Antragsteller selbst und vom Abg. Dr. Lecher in so wirkungsvoller Weise eingeleitet wurde, ' fand durch den Abg. Dr. v. Grabmayr, der bekanntlich als Generalredner pro sprach, einen ebenso würdiger: Abschluß. Wir haben die Ausführungen dieses Abgeordneten, der zu der: besten Rednern des Hauses gehört, in Kürze vorgestern gebracht. Nun liegt uns der Wortlaut der Rede im sterrographis chen Protokolle vor, und da es unsere Leser gewiß interessieren wird, genauer den Standpunkt lernten zu lernet:, den dieser Tiroler Abgeordnete unter der allgemeinen Zustimmung des Hauses vertreten hat, geben wir die Reoe wörtlich wieder. Sie Lautet: Hohes Haus! Der Redner des Polenklubs hat in seiner interessanten Rede eine Frage aufgeworfen, der man allerdings in der gegenwärtigen Debatte auch nach meiner Ansicht, nicht ganz aus dem Wege gehen kann. Man könnte fragen, ob der Antrag Derschatta nicht verfrüht sei. In Ungarn gibt es Heute Leine definitive Regierung, keine durch ein einheitliches Programm verbundene Mehrheit. Welche neue politische Gestaltungen sich aus dem Gärungszustande jenseits der Leitha bilden werden, kann heut? niemand wissen: doch trotz der Unsicherheit, was für politisches Wetter in Ungarn dem großen Lostage des 26. Jänner 1805 folgen werde, kann heute schon kein Zweifel mehr darüber besteh n, welcher Richtung die kommende Entwicklung zustrebt. Stimmt auch das ungarische Orchester erst die Instrumente, fehlt noch der Kapellmeister, so bringt doch aus dem Tongewirre heute schon laut und deutlich ein dominierendes Leitmotiv zu uns ' herüber; das Leitmotiv der vollen w i r t s ch a f t! i ch e n und m i litärischen Selbständigkeit des ungarischen Staates. Fern vor: jeder Einmischung in Ungarns innere Verhältnisse müssen wir doch u u s e r Recht wahren, sobald die Bewegung von drüben auf das Gebiet der Gesamtmonarchie übergreift; wir dürfen nicht die tatlosen, resignierten Zuschauer spielen, wenn man drüben au den Grundlagen des Reiches rüttelt, wenn im ungarisch?:! Reichstage eine Mehrheit in Sicht kommt, bic ci; ic tiefgreifende Umgestaltung des Dualismus an die Spitze ihres Programmes stellt. Solchen Erscheinungen gegenüber ist eine einheitliche Stellungnahme unserer Reichsvertretung unerläßlich, und als erste Anregung zu einer solchen Stellungnahme ist der Antrag Derschatta zu begrüßen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. März 1905, S. 17, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7692-rede-des-tiroler-abgeordneten-dr-v-grabmayr-zum-verhaeltnis-1905).
Juristenversamnrlttng. Am Samstag um 2 Uhr uachmittag fand im gleichen Hörsaale eine Versammlung der in Innsbruck studierenden Juristen statt, welcher der Dekan Prof. Dr. von Wretschko, Prodekan Dr. Hruza, Prof. Dr. Frei …
(Eine behördliche Verfügung bezüglich des „ T o t e n t r u n k e s ") Aus Lienz wird gemeldet: Eine begrüßenswerte Verfügung hat unser Bezirksschulrat in seiner letzten Sitzung getroffen, nämlich: „ Schulpflichtigen Kin …
Der Tiroler Landtag tritt übermorgen zu ei ner auf fünf Wochen berechneten Tagung zusammen. Die Ende 1901 gewählte Landesvertretung versammelte sich zum ersten mal am 25. Juni 1902 zu einer Tagung, die aber nach drei Woc …
* * * Nature lv rpfl gsstation en. 9tnf der Tagesordnung der heutigen Sitzung steht u. a. der Bericht und Antrag des Landesauss ' chusses betoefsend die Einrichtung von Naturalverpflegsstationen und die Bekämpfung des Ba …
Medieninhaber und Herausgeber:
Fontes – Digitale Quelleneditionen zur Geschichte Tirols
[Name / Institution eintragen]
[Straße, PLZ Ort, Österreich]
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.