Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
NEUBAU ENDLICH IM BAU

Neubau der Innsbrucker Universität und offene Fragen der weiteren Ausgestaltung

Der Neubau der Innsbrucker Universität. Von geschützter Seite wird uns geschrieben: Der unter diesem Titel in Nr. 200 dieses Blattes enthaltene Artikel Ihres Wiener Korrespondenten weist seinem ganzen ' Gepräge nach wohl mit ziemlicher Sicherheit auf einett autoritativen Ursprung, d. h. auf Informationen, hie an autoritativer Stelle eitlgezogen wurden, hin. Es sei im folgenden gestattet, auf einzelne Lücken jener Ausführungen aufmerkfatn zu machen, die namentlich in den beteiligten akademischen Kreisen besonders empfunden wer - ^ den müssen. Zunächst sei aber unverhohlen der Freude darüber Ausdruck gegeben, daß die Frage des Neubaues eines Universitätsgebäudes, der Universitätsbibliothek und eines naturwissenschaftlichen Institutes für die Innsbrucker Universität nach langwierigen Verhandlungen nun '. Mich eine greifbarere Form anzunehmen beginnt. Es ist zweifellos, daß die Fertigstellung der nach den Wünschen der beteiligten Universitätskreifs hergestellten Bauten eitle Epoche in der Entwickelung der Innsbrucker Hochschule bedeuten wird, was auch der oben angeführte Artikel in seinen beiden letzten Absätzen in klarer und eindringlicher Weise zum Ansdrucke bringt. Es wird nun in dem gleichen Artikel darauf hingewiesen, daß eine Reihe voir weiteren Ausbauten für die Innsbrucker Universität, die dort auch besonders aufgezählt werden, gegenwärtig nicht durchgeführt werden kann. Kein Einsichtsvoller wird durch diesen Umstand besonders überrascht werden, da es ja ganz einleuchtend ist, daß die Regierung bei der großer: Zahl der begründeten Wünsche nicht alle gleichzeitig erfüllen kann. Nicht hierin liegt also die Lücke der genannten Ausführungen, sondern darin, daß über dasjenige, was für die notgedrungene’ Ausgestaltung der Innsbrucker Universität noch zu geschehen hat, und was, wenn es nicht schon zu spät ist, sofort geschehen muß, so ganz unbestimmte Arrgaben gemacht werden. Zur Begründung dessen sei hier nur auf jenen Teil der genannten Ausführungeck hingewiesen, der sich mit deck dort angeführten und einer späteren Epoche vorbehaltenen Neubarcten beschäftigt, „ die für das genannte Areale (Prügelbau) nicht in Betracht kommen, weil dieses hiefnr unzureichend wäre ". Es wird dann erwähnt, daß für das notwendige neue pathologische Institut einen anderen entsprechendenBaugrund ausfindig zu machen beabsichtigt ist; die Erweiterung der Psychiatrischen Klinik liegt nach jenen Aussthrnngen „ noch im weiten Felde ", trotzdem der Raummangel jener Klinik auch der Regierung zur Genüge bekanntgegeben wurde. Nun wissen ja alle beteiligten Faktoren, daß die glückliche Lösung der Platzfrage für die späteren noch notwendigen Neubauten der Innsbrucker Hochschule die größten Schwierigkeiten darbietet, und es ist auch
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 13. September 1906, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8051-neubau-der-innsbrucker-universitaet-und-offene-fragen-der-weiteren-1906).

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