Won Franz Dhurner. Gleichwie ich im Jahre 1888 als einer der ersten Rufer nach den Raiffeisen - Kassen für das Land Tirol, wie ich später 1891 und 1893 für die Einführung der Alterssparkassen, der Selbsthilfsgenossenschaften ( Kredit - Beschaffungs - Vereinigungen), der tirolischen Volks bank, Schul und Heimsparkassen, in verschiedenen Organen eintrat, so möchte ich nunmehr für die Errichtung einer neuen zeitgemäßen Wlohlfahrtseinrichtung, einer A ' ltersrente ' n - Sparkasse das Wort ergreifen. Die Altersrenten - Sparkasse sollte im Verbände, sagen wir mit einer großen Sparkasse erstehen und es würde vielleicht für Tirol, Salzburg und Vorarlberg eine solche genügen. Die Altersrenten - Sparkasse ist ein auf dem .Grundsätze der Wechselseitigkeit beruhender Bereich erungsverein. Sie ist Sparkasse und Versicherungsanstalt zugleich und vereint beide Vorzüge. Das System fand von Deutschland aus die Einführung und es wurde mir dasselbe auch dort auf der deutschen Städte - Ausstellung in Dresden zuerst bekannt. Für Österreich gestaltete es der in Sparkassekreisen sich eines hervorragenden Rufes erfreuende Sekretär der ersten österr. Sparkasse, R. Mully v. Oppenried, aus und hier war es die Erste Mähr. Sparkasse in Brünn, die diese volkstümliche und gemeinnützige Einrichtung ins Leben rief. Die Altersrenten - Sparkasse ermöglicht es dem Sparer, seine Einlagen zwanglos in beliebiger Höhe und zu beliebiger Zeit bei der Anstalt zü hinterlegen, die Einlagen bleiben sein volles unbeschränktes Eigentum und können bis auf ein Depot von zehn Kronen, das zur Aufrechthaltung der Versicherung bis zu deren völliger Abwicklung bei der Anstalt verbleiben muh, jederzeit wieder behoben und wieder eingelegt werden. Der Teilnehmer an der Altersrentensparkasse verzichtet lediglich auf die Zinsen seiner Einlagen, welche zur Bildung der Altersrente verwendet werden. An Stelle der Zinsen wird in der Rentenkolonne des Spar und Rentenbüchels Lei jeder Nachlage bezw. Behebung die Höhe der erworbenen Rente zu bezw. abgeschrieben. Alle Nachlagen erhöhen also das Guthaben an Kapital und Rente nach Maßgabe des Betrages und jeweiligen Alters des Einlegers; ebenso vermindern sich natürlich diese Ansprüche durch die vorgenommenen Behebungen. Mit Eintritt des 60. Lebensjahres beginnt für den Teilnehmer der Lauf der Rente, über deren Ausmaß er aus den Eintragungen des Büchels unterrichtet ist; doch kann der Bezug bei Bedarf auch schon in einem früheren Zeitpunkte beansprucht oder auf eine spätere Zeit hinausgeschoben werden, in welchem Falle sich ihr Ausmaß selbstverständlich vermindert, bezw. erhöht. Dem Teilnehmer bleibt es anheimgestellt, den Rentenbezug für sich selbst, oder zu Gunsten einer anderen Person, z. B. seiner Frau oder seiner Kinder zu .erwerben. Der Beitritt zur Altersrentensparkasse ist mit keiner anderen Formalität als dem Nachweis des Namens, des Alters und der Adresse, und mit keinen anderen Kosten gls dem einmaligen - Erläge einer Beitrittsgebühr von zwei Kronen verbunden. Die sogenannten Polizzen und Stempelgebühren trägt die Awftalt selbst. Die Altersrentensparkasse ist ein selbständiges, nicht auf Gewinn berechnetes Institut, ist jedem zugänglich und wird von der Ersten Mähr. Sparkasse, der sie räumlich und administrativ angegliedert ist, kostenlos verwaltet. Jedermann kann durch Beitritt zur Altersrentensparkasse für sich, oder wie oben erwähnt, für andere beliebige Personen eine Altersrente bis zum Höchst betrage von 2400 Kronen jährlich, das heißt zahlbar vom vollendeten 60. Lebensjahr, bis zum Ableben des Versicherten erwerben. Sie sichert eine die gewöhnliche Verzinsung weitaus übersteigende Altersrente und damit einen Beitrag für die Zeit des Alters und der hiedurch bedingten Erwerbsunfähigkeit. Die Altersrentensparkasse ermöglicht dem Arbeiter und Dienstboten, sich durch Ansammlung der allerkleinsten Ersparnisse Me Altersversorgung zu schaffen ^ dem Familienvater für seine Kinder nicht nur durch die gemachten Ersparnisse ein Kapital, sondern auch für die Zeit ihres Alters eine Rente sicherzustellen; dem Landwirte sich auf die leichteste Art auch für seinen Lebensabend selbständig zu erhalten, ohne daß er die
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. Mai 1907, S. 34, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8189-aufruf-zur-gruendung-einer-altersrenten-sparkasse-in-tirol-1907).
(Eine freiwillige Rettungsgesellschaft in Innsbruck.) In der gestern abgehaltenen Hauptversammlung der Innsbrucker Feuerwehr kam ein Entwurf zur Gründung einer freiwilligen Rettungsgesellschaft zur Beratung. Dieser Entwu …
(Auch die Hebammen.) Wie aus unserem heutigen Inseratenteil ersichtlich ist, haben nunmehr auch die Hebammen von Innsbruck, WiLten, Pradl, St. Nikolaus und Hötting eine Preissteigerung für ihre Mühewaltung eintreten Lass …
(Der Kampf um die Krankenkassa.) Seit einiger Zeit finden wir an allen Bauplätzen folgendes angeschlagen: „ Bauarbeiter! Gewissenlose Ausbeutung von Seite der sich krank Meldenden hat unsere Kasse in den Fahren 1905 und …
Seite 17. Versorgung erwerbsunfähiger Arbeiter. Auf der Tagesordnung der letzten Gemeinderatssitzung stand u. a. auch die Beratung eines von der Wohlfahrtssektion ( Referent Gemeinderat Thurner) vorgelegten „ Statutes fü …
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